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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 124

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 124 (sequence 7)
Language
German
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124 Elis. 3. Wenn der Delinquent die Strafen nicht mit einem Male ertragen könnte, muß der Richter ihm von einer zur anderen Zeit lassen, damit alle zur Ausführung kommen; wie man alle Tage bei Gericht sehen kann (Folter!), wo man dem Delinquenten sogar zu essen und zu trinken gibt, damit er für die Fortsetzung wieder zu Kräften komme. Alles dies trifft auf Pharao zu* ,ואד אקשה ואד אחוק bedeutet, daß die Plagen in Zwischenräumen folgen, auch ‘915 כיי לתה שלחתי. Das aber ist nicht Versperrung der Umkehr, sondern entspricht dem Worte der Weisen: den Weg. den der Mensch gehen will, führt man ihn. Auch ist dies nicht Aufhebung des freien Willens, sondern Gott gab Pharao nur die Gelegenheit, (aus freiem Willen) zu irren und sich zu verhärten, wie die ganze Erzählung 147 ff. deutlich zeigt. Ebenso ist Sihon zu erklären, wie schon Albo gezeigt habe. Von Späteren sind etwa noch erwähnenswert S e f o r n o und Mendelsohn. Gott will, meint der erstere, nicht den Tod des Frevlers, sondern daß er umkehre, und eben dies ist der Zweck der Plagen, wie 916 äussagt, daneben der Eindruck auf Israel 102. Freilich hätte Pharao, wenn er sein Herz nicht verhärtet hätte, die Israeliten nicht aus wahrer Reue, sondern nur aus Schwäche entlassen, weil er die Schläge nicht mehr ertragen konnte: 107. So verhärtete Gott sein Herz, damit er die Plagen ertragen könne und Israel nicht nur aus Furcht entlasse, sodaß 10ג zur Geltung kommen kann. Ein ebenso wertvolles Wahrheitsmoment enthält die Bemerkung, die Mendelsohn der Erklärung des Nachmanides hinzufügt. Der Wille, die Bewegung im Inneren des Menschen, ist frei, von Gott abhängig sind die Belegungen in der Außenwelt, insofern diese aber auf die' mit dem Körper vereinigte Seele wirken, können auch die Bewegungen in der Seele als von Gott verursacht bezeichnet werden. Eine völlig andere Stellung zu der Frage nimmt, wie zu erwarten, die moderne Kritik, die Quellenscheidung und die darauf gegründete israelitische Religionsgeschichte. Auch hierfür begnügen wir uns mit typischen "Reispielen. Nachdem Well hausen die Erzählung von den Plagen in die drei Berichte von J, E, P zerlegt und darauf aufmerksam gemacht hat (Comp. 3 66 f.), daß in J immer Pharao selber sein Herz verstockt (הכביד), in E aber Gott חזק.das Herz Pharaos (resp. intrans. Pharaos Herz חולן) wird dies von den Folgenden (B a e n t s c h, Holzinger) ausgeführt, bis Smend (129) das Fazit zieht: bei J2 heißt es 714, 97 'Ö לבד (ויכבד) לב, daneben findet sich 811.28 93, הכבד (בכבד ם׳ את לבס, endlich sagt 10! Gott אני הכבדתי את לכו. Dagegen heißt es bei E 1020.2ויחזק י׳ את לב פ' ד, hei P 713.22. 814 'S ויחזק לב. Umgekehrt steht bei E 935, wo aber R P im Spiele ist, 'S ויחזק לב und bei P 912, 1110, wo man ebenfalls an Ko rrektur glauben möchte, ,ויחזק י' את לב פ. Unsicher ist die Herkunft von 7, ואני אקשה את לב פ׳ (vgl. 1315) und spät ist wahrscheinlieh 148,17 ‘ויחוק י' את לב פ. Indessen steht dieser Ausdruck auch schon 4a bei J x, dem er w 0 hl an eh 144 gehört. Was den philosophisch-theologischen Anstoß anbetrifft, so suchen ältere alttestamenthche Theologieen ihn noch auszugleichen

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