Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gott und Pharao
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 5)
- Language
- German
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122 ■/ / härtet. Da sagte R. Simon b. Lakisch zu ihm: die Ketzer können zum Schweigen gebracht werden. Vielmehr : ״mit den Spöttern treibt er Spott“; Gott warnt den Menschen einmal, zweimal und ein drittes Mal, kehrt er dann nicht um, so nimmt ihm Gott den Verstand - Buße zu tun, um ihn für das zu bestrafen, was er gesündigt hat. So war es auch mit dem Bösewicht Pharao; nachdem Gott fünfmal zu ihm geschickt hatte, ohne daß er darauf achtete, sprach Gott zu ihm : du hast dich hartnäckig gezeigt und dein Herz verstockt, siehe jetzt füge ich ,,Unreinheit zu deiner Unreinheit“. Ganz wie Maimonides sagt endlich der Midrasch zu 6!: was hatte Mose über Gottes Pläne zu murren, nachdem er ihm bereits offenbart hatte, daß er Pharaos Herz verhärten würde, um ihn dafür zu bestrafen, daß er Israel mit harter Arbeit geknechtet hatte? Der Midrasch Ex. r. ist so jung, daß er möglicherweise schon Maimonides gekannt haben kann. Der Ausdruck לא היה ממנו für die (Un-) Freiheit des Willens stammt aus Targ. Onkelos zu Gen 322, auf welches Maimonides H. Theschaba 1. c. sich ausdrücklich beruft. Vielleicht schöpfen auch beide aus einer gemeinsamen Quelle. Raschi zu 73: Nachdem er sich als Bösewicht gezeigt und mir getrotzt hat und da ich weiß, daß die Heiden doch keine Ruhe geben, mit vollkommenem Herzen zu mir umzukehren, ist es besser, daß sein Herz verhärtet werde,,damit meiner Wunder an ihm viel seien und ihr meine Stärke erkennet. Das ist die Art Gottes, über die Bösewichter unter den Götzendienern Unheil zu-biingen, damit Jsrael es höre und Ehrfurcht ,habe, 's. Zeph 37. Trotzdem heißt es bei den fünf ersten Plagen nicht ״Gott verhärtete das Herz Pharaos“, sondern ״Pharaos Herz blieb hart“. Ibn Es r a zu 73 macht nur die kurze Bemerkung: um meine Wunder viel zu machen, führt aber eine Erklärung des R. Jona an : ״damit er die Plagen ertrage“, aber er hat nicht recht geredet. Nacbmanides zu 73 führt zunächst mehrere der obigen Midrascherklärungen an. Damit sei eine von aller Welt gestellte Frage berührt: wenn Gott Pharaos Herz verhärtete, was war seine Sünde? Seine Antwort hat nichts Originelles: es war Strafe für frühere Bosheit. Dafür hatte er die ersten fünf Plagen verdient. Dann hätte er, schwach geworden, Israel wohl ziehen lassen, aber jetzt wollte Gott nicht, wegen 102, und daß es schon vor den Plagen heißt: ich werde sein Herz verhärten, bezieht sich auf die fünf letzten. Auch A b r a b a n e 1 knüpft, wie es nun schon traditionell geworden, an 73 ואני אקשה an. Er referiert zunächst Maimonides, Nachmanides und den Midrasch, erklärt aber, ihnen nicht zustimmen zu können, da es zahlreichen Schriftstellen und Beispielen widerspreche, daß Gott es einem Menschen und wäre es auch der größte Sünder unmöglich mache, sich zu bessern; auch stünde dies mit Maimonides eigener Lehre von der Büße nicht im Einklang1. Er selbst 1 In seinem Kommentar zu den Sprüchen der Väter נחלת אבות zu III15!והרשות נתוכד (ed. Venedig 1545 p. 99ä, worin er sich' auf sein מאבר זבח ד»פםד| beruft) läßt er selbst diesen Einwand nicht gelten, da es inrder Tat Sünden gibt, die nur der Tod sühnt. — Auseinandersetzungen über dielWillensfreiheit und bei dieser Gelegenheit über die Verstocktheit Pharaos finden sich nämlich