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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 121

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 121 (sequence 4)
Language
German
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121 hat — abgesehen davon, daß der Pharao der Bedrückung c. 1, worauf Maim. verweist, ein anderer ist, c. 5 aber nicht ausreicht. Auffallend kurz rind ungenügend ist wieder die Antwort, die Leviben Gerson (Milchamot VI, 4) gibt: wenn in der Schrift von der Herzens Verhärtung Pharaos die Rede ist und Israels Leiden dadurch sogar noch vergrößert werden, so ist dies ein Akt der Vorsehung, damit sie den rechten Glauben gewinnen. Denn da Pharao Strafe verdiente und es so eingerichtet werden konnte, daß Israel dabei gefördert wurde, nämlich indem sich in ihnen infolge gehäufter Wunder der Glaube an das Dasein Gottes und seine Macht und Stärke befestigte, so bewirkte . Gott, daß Pharao sein Herz derart verhärtete, daß die Wunder Gottes sich häuften und der wahre Glaube in Israel offenbar wurde. Dies bedeutet 10! f. Die Sinnes- Verhärtung Sihons war entweder, wenn sie ein Akt der (besonderen) Vorsehung (für Israel) war, nämlich damit Israel durch das Unglück Sihons sein Land einnehme, ein göttliches Wunder, oder insofern dies Uebel notwendigerweise für Sihon eintreten mußte, eine Folge des naturgesetzlichen Zusammenhanges der Geschehnisse (der ״Konstellation“), der aber gleichfalls auf Gott als den Urheber zurückweist. — Dies ist im Grunde nicht mehr als die Kombination eines der Erklärung des Maimonides entlehnten Momentes mit der biblischen Aussage 10! f. Auch bei dem Bekämpfer der beiden Vorhergehenden, bei Chasdai Crescas, finden wir keine Erklärung dieser scheinbar fatalistischen Aussagen, wohl aber bei seinem Schüler J oseph Albo (Ikkarim IV25): es scheint ja, als wenn Pharao mehrfach bereut. Aber seine Reue war immer nur Angst gewesen, was er dadurch beweist, daß er, wenn er sich überzeugt zu haben glaubt, daß die Plage nur dem Zufall oder der Natur züzuschreiben war, alsbald wieder Mut bekommt, Israel zu unterdrücken. Gott verhärtete sein Herz, bedeutet nun, daß er Pharao jene Angst nahm und ihn nach seinem Willen und gemäß seiner Natur handeln ließ, sodaß er die Plagen nunmehr für bloßen Zufall hielt. Wenn den Frevlem die ,,Pforten der Buße verschlossen werden“, so hält sie Gott nicht etwa vom Guten ab (das widerspräche ja Ez 1832), sondern überläßt sie ihrer eigenen Wahl des Schlechten. — Auch hierbei blickt die Abhängigkeit von Maimonides durch. Das Moment der verdienten Strafe wird mehr bei Sihon betont. Bevor wir zu einigen Bibelexegeten übergehen, seien mehrere Aussprüche des Midrasch Ex. rabba angeführt, an die Maimonides so auffallend anklingt, daß gegenseitige Abhängigkeit sehr wahrscheinlich ist. Zu 42! (V7), ,,um sie zu bestrafen“ <כדי ליפרע דינם מהם), zu 912 (XIB) ״Als Gott sah, daß er nach den ersten fünf Schlägen nicht umkehrte, sprach er: jetzt werde ich, selbst wenn er umkehren will, sein Herz verhärten, um ihn zu bestrafen“. IX!: Gott wartet mit den Frevlern, ob sie umkehren; tun sie es nicht, so nimmt er ihnen, selbst wenn sie schließlich möchten, den Verstand (נוטל את לבם), sodaß sie nicht umkehren können. Zu 10! (Xlllg) R. Jochanan sagte: Das können die Ketzer anfühien, indem sie sagen : der Mensch hat keinen freien Willen, Buße zu tun (לא :היה טמנו לעשות תשובה), da es heißt: ich habe sein Herz ver-

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