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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 119

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 119 (sequence 2)
Language
German
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119 Ev Job 1237 •ffi scheint unser Problem vorauszusetzen. Eine Rolle spielte unsere Stelle sodann in den Angriffen M a r c i 0 n s und V a 1 e n- ' tinians, der gnostischen Häretiker, gegen das A. T. Wahrscheinlieh gegen diesen richtet sich die Verteidigung.des Irenaeus adv. « haer. IV, 29,gegen jenen Tertullian adv. Marc. II14. Iren, weiß nur zu sagen : Pharao war ja doch ungläubig und so war seine Verhärtung (die als ״Gleichnis“ zu verstehen ist) verdient. Tert. führt eine Reihe von Gründen an: Pharao hatte sein Verderben verdient: weil er Gott geleugnet hatte, weil er seine Gesandten hochmütig abgewiesen hatte, weil er ein Götzendiener war. Ausführlich wird die quaestio von Theodoret in Ex. Nr. 12 behandelt. Sehr beachtenswert ist Augustin, quaest, in Heptat. ad Ex 73 ego indurabo quam durum sit demonstrabo. Da die Frage ein Aegyptiacum ist, so ist es möglich, daß sie (ebenso wie der Auszug aus Aegypten und der angebliche Diebstahl der Israeliten) schon in der vorchristliehen alexandrinischen Polemik vorkam. Sie macht bei Paulus nicht den Eindruck der erstmaligen Behandlung* 1. Schwerer mußten es sich die jüdischen Religionsphilosophen machen. Sie sahen ihre Aufgabe in dem Nachweis der Ueberein- Stimmung der biblischen Wahrheiten mit den Lehren des philosophischen Denkens und da sie von vornherein in kaum einem Punkte so einmütig sind, wie in der Verfechtung der menschlichen Willensfreiheit.. und . sittlichen Verantwortung, so mußten sie versuchen, die Verhärtung Pharaos durch Gott irgendwie damit in Einklang zu bringen. Der erste systematische Philosoph des Judentums ist auch der erste, der unsere Stelle zu deuten unternimmt. In dem vierten Kapitel seiner Emunot w'Deot erklärt S a a di a eine Anzahl Bibelstellen, die scheinbar gegen den freien Willen sprechen. Er teilt sie in acht Klassen. Zur dritten gehört (S. 160 Land.) Ex _73 ואך אקשה את לב פרעה sowie 144,10! und Dt 230 ולא אבהסידק כי הקשה י' אלדדך את .דוחו ואמץ את לבבו. Diese, Herzensverhärtung durch Gott trat ein, sei es vor einer Plage (Pharao) oder nach einer Nachricht (die ihn hätte umstimmen können: Sihon), damit er sie überstehen könne. Also mußte Pharaos Herz verhärtet bleiben, bis alle Plagen vollendet seien (9ב.),, und Sihons, damit er nicht schon vor Schrecken über die Kunde von den Israeliten (Dt 225, Jos 1120) zugrunde gehe. . Während Bachja ihn Pakuda und Jehuda halevi, ob sie zwar auch die Lehre von der Willensfreiheit behandeln2 3, über unsere Stelle schweigen, hätte man eine besonders eingehende Behandlung von Abraham ibn D a u d erwarten sollen. Denn diese Frage war, wie er in der Einleitung erzählt, die Veranlassung seines Werkes Frage (,,warum ist der Sabbat, vor den anderen Tagen ausgezeichnet“ s. schon Sir 367) finden wir bereits bei dem Lehrer R. Meirs, R. Akiba, Sanhedr. 65b, Gen. r. 115, Pes. r. 23 (119b), Tanch. כי חשא. Antwort: דמדי צבי ,,weil Gott es so will“. 1 Von Interesse wäre es noch zu ermitteln, ob und welche Rolle unser Anstoß in den pelagiänischen Streitigkeiten gespielt hat. 3 Näheres s. L. Knoiler, Das Problem der Willensfreiheit in der älteren jüdischen Reiigionsphilosophie. Br-esl. 1884. *

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