Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Synagogale Poesie
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 10)
- Language
- German
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116 in unübertrefflicher Vollständigkeit angelegt worden und befindet sich gegenwärtig im Druck1. Dieser ausgezeichnete Kenner der mittelalterlichen hebräischen Poesie tritt nun mit einer Auswahl von 50 religiösen Gedichten Salomo ibii Gabirols an die Oeffentlichkeit, die durch eine poetische englische Uebersetzung Israel Zangwills besonderen Wert erhält2. Die Ausgäbe eröffnet die ,,Schiff Library of Jewish Glassics“ der Jewish Publication Society of America in würdigster Weise. Davidson leitet das Buch durch eine knapp zusammengefaßte Einführung ein, die uns die wichtigsten Daten aus Gabirols Lebensgeschichte sowie eine Kennzeichnung, seiner Bedeutung als Dichter und Denker bietet (S. XIII—XLIV), während Israel Zangwill sich kurz über die Schwierigkeiten und über den Reiz einer Uebersetzung Gabirols ausläßt (S. XLV—LIX). Im Text sind das hebräische Original und die englische Uebersetzung einander gegenübergestellt und gleichmäßig paginiert. Davidson ergänzt seine Ausgabe durch erklärende englische Noten zum Text (S. 139—186) und durch hebräische Angaben über die Quellen sowie über Varianten seiner Texte (S. 189—245) und schließlich durch eine alphabetische Liste der technischen Ausdrücke (S. 246), sowie der mitgeteilten Gedichte (S. 247). Die erklärenden Noten sind im allgemeinen kurz und beschränken sich auf Angabe der von Gabirol verwendeten Bibelstellen oder Bilder; sie gehen aber überall, wo eine Schwierigkeit des Ausdrucks oder der Erklärung vorliegt, auf diese ein und bieten, wo ein Gedicht viele Dunkelheiten enthält, wie z. B. Nr. 49, nicht nur Aufschluß über Einzelheiten, sondern auch über den Zusammenhang und Aufbau. Ebenso sind die Erklärungen zur Königskrone mit den vielen technisch-philosophischen Ausdrücken ausführlicher. Die Quellennachweise stützen sich auf eine Literatur von mehr als 150 Werken; mit welcher Gründlichkeit sie gearbeitet sind, das erkennt man besonders bei solchen Liedern, die zahlreiche Varianten bieten, wie z. B. Nr. 17 und Nr. 36. Wo ein Metrum vorliegt, Ist dies angezeigt, ohne daß es näher erklärt wird. Bisher unbekannte Lieder sind in die Sammlung nicht auf genommen, immerhin sind wir durch die sorgfältige Bearbeitung der Texte dem Verständnis Gabirols ein Stück näher gekommen. Inzwischen ist auch Band I der Gabirol-Ausgabe Ch. N. Bialiks fertiggestellt, in der wir eine vollständige Sammlung der erhaltenen Poesien des großen Dichters zu finden erwarten dürfen3 * * * *; auf sie wird später zurückzukommen Gelegenheit sein. 1 Der Plan ist in Festkrift Simonsen, 1923, S. 85 ff. mitgeteilt. Das Werk umfaßt mehr als 40 000 Titel und beruht auf der Durchsicht von rund 2000 Druckwerken; es fuhrt den Titel אוצר השירה. והפיוט. Buchstabe 'א, etwa die Hälfte des Buches; ist bereits fertiggestellt. 2 מחברת משירי קדש אשר לשלמה בן יהודה אבןגבירול לקטו כערכו והוגהו. ע-י ישראל דאוויחאן עם תרגום אנגלי מאת ישראל. זאכגוויל Selected Religious Poems of Solomon ihn Gabirol translated into English verse by Israel Zaiigwill from a critical text edited by Israel Davidson, Ph. D. Philadelphia, The Jewish Publication Society of America, 1923, LIX und 247 SS., 8° שירי: שלמה בן יהודה אבן גבירול מקובצים על■ פי ספרים וכתבי יד סדורים, מוגהים. 8 ,Berlin, Dwir־Tel Aviv ,ומבוארים ע׳*י ח- נ; ביאליק וי# ח, רבניצקי כרך ראשון שירי חול * ,1924