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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 6 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 6
Article
Die Genuß-Symbolik in den rituellen Bräuchen
Date
1923-01-01
Page
Seite 267 (sequence 6)
Language
German
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Am Scho w u o s soll man .,,milchig“ essen1. Milch und Fleisch an diesem Festabende wird analog den beiden Symbolen yon Pessach, Seroa und Beza, dem Festopfer und. den Bikkurim (Erstlingen) verglichen. So bringt man auch 2 Brote, die Weizenbrote sein soUen> auf den Tisch, damit sie den Bikkurim (mincha chadascha) auf dem Altäre gleichen. Kolbo2 erinnert daran, daß die Thora nach dem Verse H L 4!! דבש וחלב תחת לשונך , ,Milch und Honig'״ verglichen wird, daher soll die ״milchige Speise“ am Tage der Gesetzgebung die Thora symbolisieren. Nach dem Midrasch verlangten die Engel die Thora von Gott und wollten nicht, daß sie den Menschen gegeben werde. Da sagte ihnen Moses: ״Ihr habt bei Abraham בשר בחלב gegessen (das Gesetz nicht beachtet), wir aber beachten das Gesetz, darum sind wir mehr berechtigt die Thora zu empfangen“ 3. An C hanukka soll man Käse essen 4,weil das Wunder durch Käse geschehen ist. Nach dem Midrasch wird die Geschichte von Judith und Holofernes mit Chanukka in Verbindung gebracht. Judith habe den Feldherrn zuerst Käse essen lassen, damit er viel trinke und sich berausche. Dann hieb sie dem Trunkenen das Haupt ab. (Vielleicht ruft hier mehr die Erinnerung an Jael und die Stelle Ri 5^ die Ideenverbindung hervor.) — ' . W W Ei. Das Ei galt als das billigste Nahrungsmittel. Die Waise, die über kein Vermögen verfügt, brachte ein Ei als Opfer 5. Daher ist es Armen- und Trauerk.o.st geworden. Die Deutung hat den Zusammenhang zwischen der Trauer und dem Ei dahin ausgelegt :; das Ei ist rund und hat keinen Mund (Oeffnung), so ist die Trauer stumm, hat keinen Mund und kreist durch die Welt6. Darum ist das Ei Bestandteil der Sudas hawroo, der Mahlzeit,. die dem Trauernden gereicht wird — וכל לאבילות zur Erinnerung an die Trauer h Der Tischobeab, als Trauertag xar l^oyrjv, hat alle Trauerbräuche und -Symbole auf sich vereinigt, weshalb das Ei hier wiederum den Hauptbestandteil der S’udo mafsekes, der letzten Mahlzeit vor dem Fasten bildet 8. Der Brauch ist, harte und kalte Eier zu essen, auch werden die Eier in Linsen gekocht.—Am Sabbat sind 3 Trauersymbole vorgeschrieben: בצים בצלים קטניות Eier, Lauch und Hülsenfrüchte, welche an den Tod der 3 Männer erinnern sollen, die am Sabbat gestorben sind, nämlich Moses, David und Josef. — Am Sedera b e n d kommt das Ei׳ als Symbol neben Seroa, dem im Feuer gebratenen Knochen, auf der Sederplatte vor und deutet auf Chagiga, das Festopfer, hin, weshalb es auch in der heißen Ascheangebraten wird. . Außerdem pflegt man als Einleitung der Abendmahlzeit am gleichen Abend harte Eier gewöhnlich mit Salzwasser zu essen9. R/mo sagt, man ißt sie ״zur Erinnerung an die Trauer“ und weil Tischobeab sich auch hinsichtlich des Tagesdatums stets mit dem 1. Tage Pessach deckt, ferner das Pessachopfer zur Zeit des Tempelbestandes, nur geopfert wurde, dann aber aufhörte, so is£ an Pessach eine Erinnerung ובד לחורבן״“ an das große, nationale 1 Or. cli. § 494, 3. Anm. 2 S. 52. 3 Toldoth Esther II 21, vgl. Tauch. 3) כי תב-״א) S. 175a. 4 Qr. ch. 770, 2, Anm.; Kolbo u. Ran. 5 Pes. 118a. 6 Pirke de^R. Elieser § 35. \ J.ore deaj7S/_9. . 8 Or. ch. 552, 5. < 8 Or. ch.^476, 2, Anm.

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