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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 6 · p. Seite 266

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 6
Article
Die Genuß-Symbolik in den rituellen Bräuchen
Date
1923-01-01
Page
Seite 266 (sequence 5)
Language
German
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zu essen. Israel wird dem Lamm verglichen, Israel werde zum Kopfe und nicht zum Schwänze (Deut 2813)., R. Meir von Rothenburg aß den Kopf eines Widders לעקידה “Ol in Erinnerung an den Widder, den Abraham für seinen Sohn geopfert hat. Orchoth chajim 600 führt 1כות יצחק das Verdienst des Stammvaters Isak an, das in Erinnerung gebracht werden soll. Maharil pflegte Fleisch von ועגלים “© von Rind und Kalb als Symbol für ״ ,מעשה עגלdie Sünde des goldenen Kalbes!', zu essen. Man genieße Fettes und Süßes wegen Neh 810: ״Esset Fettes und trinket Würziges und sendet Gaben, dem Nichts bereitet worden, denn dieser Tag ist heilig unserem Herrn“— Raschi bemerkt bereits, daß ״dieser Tag“ — Roschhaschono war. — Der gebratene Knochen am Sedertisch wird bekanntlich als Symbol für das Pessachopfer angesehen. Der Sch’lo (S. 142a) gibt diesem Symbol noch eine andere Deutung לזרוע נטויה “Ol ״zur Erinnerung an den ״ausgestreckten Arm“ Gottes. Zur Mahlzeit am Pessachabend vermeidet man gebratenes Fleisch, besonders Lamm und Zicklein, damit es nicht den Anschein habe, als esse man jetzt noch Korban Pessach. Nach der Hochzeit gibt man dem Brautpaar einen Hahn und eine Henne zu essexi1, was als ein Symbol ״zum guten Vorzeichen“ gedeutet wird:טרו ורבו כתרנגול ותרנגולת בלי צער ויגון ״“. Die Minhagim ed. Offenbach kennen den Brauch, daß man der Braut ein Huhn und ein Ei vorsetzt; die Symbolik besteht darin: Wie das Huhn ohne Schmerzen das Ei.legt, so soll sie zur Zeit ohne Schmerzen ihrem Gatten die Kinder schenken. Auch der vielumstrittene Brauch des ״K appores-schlag e n s“ hat gewiß nur symbolische Bedeutung. Der Or. ch.2 berichtet daß es Brauch ist, am Vorabend von Jom kippur einen Hahn für jedes männliche Kind zu schlachten und darüber bestimmte Bibelverse zu sprechen, nimmt aber eine ablehnende Haltung dagegen ein. Der R’mo tritt für die Beibehaltung des Brauches ein; er weiß, daß man einen Hahn für die männliche, eine Henne für die weibliche Person wählt und weiße Vögel bevorzugt entsprechend Jes 118 ,,Wenn eure Sünden rot sind wie Karmesin, so werden sie weiß wie Schnee'‘ und daß man die Tiere sodann den Armen gibt oder durch Geld für Arme auslöst. Der Tur führt den Vergleich mit dem Sühnopfer an, sieht in der Wahl des ״Hahnes“ wesentlich nur das Wortspiel3 ״Hahn und Mann“ und verweist auf den Vers, der die Symbolik kennzeichnet:; "נפש תחת נפש“; Auch der Sohar häuft auf den Brauch verschiedene Deutungen (Schwach lecho). Viele Gesetzeslehrer lehnen den ganzen Brauch als unjüdisch ab. Das Schwingen um den Kopf des zu Süh- ■ nenden soll offenbar die Stellvertretung bezeichnen, wie aus Raschi Sabbat 81b s.v.פלפיפא hervorgeht, das Wort גבל (für Hahn) hinweisen auf:יתן גבר תחת גבת הקב״ה גבר חסדו על הדין und kabbalistisch in seinen Anfangsbuchstaben die Eigenschaften der Barmherzigkeit Gottes knndtun ג«לן ביישן רחמן• 1 Gittin 57. , 2 § 705, 1 u. Anm. [Vgl. auch I. Scheftelowitz, Das stellvertretende Huhnopfer, Gießen 1914. L H.} z Berachot. , f

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