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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 6 · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 6
Article
Die Genuß-Symbolik in den rituellen Bräuchen
Date
1923-01-01
Page
Seite 265 (sequence 4)
Language
German
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266 in den vier Kelchen eine Symbolik des Gottesnamens, dessen vier Buchstaben sie entsprechen (Sefer Mussar) Sch’lo 151b Sohar ,,emor“, Ari: entsprechend חכמה ביבה חסד גבולה. — Für den Sederabend ist Rotwein empfohlen zur Erinnerung, daß sich Pharao im Blute jüdischer Kinder gebadet hat1, die Dezisoren 2 legen den Schwerpunkt lediglich auf die Qualität des Weines und sehen von dieser Symbolik ab, besonders dort, wo die rote Farbe des Weines zu gewissen Verdächtigungen Anlaß geben könnte (Chok Jakob). Der Becher des Propheten Elia weist auf David und die Er״ lösung hin, deren! Verkünder Elia am Pessachfeste erwartet wird. Daher pflegt man' einen besonders schönen Becher zur Ehre Elias bereitzustellen und zur geöffneten Türe zu tragen, um Elia symbolisch zü empfangen. Der Seder wird auch auf Jakob bezogen, der seinem Vater zwei Böcklein, das ist das Pessachlamm und das Festopfer, brachte. Dann heißt es Geh 27^ ,,er brachte ihm Wein'׳, das ist ein Hinweis auf die vier Becher. Als Esau zu seinem Vater hineinwollte, fing Isak zu rufen an: שפוך חמתך על הגרים. Da öffnete Jakob die Türe, Esau ging hinein und Jakob blieb hinter der Türe, so daß ihn Esau gar nicht gesehen hat. Darin sei der Brauch die Türe zu öffnen bei der genannten Stelle begründet3. Bei der Nennung der 10 Plagen werden Tropfen Wein vom Rande des Bechers ■weggeschüttet oder gesprengt, ebenso 1?ei יציך עד*ש באח״ב und דם ואש ותמרות עשן, also im ganzen 16 Tropfen. Daß. man die Tropfen mit dem Finger abhebt, hat seine Deutung in der Stelle 4אצבע אלקים הוא, hingegen das Sprengen von sich fort sei das Sinnbild, daß die Plagen ,,auswendig“ (d. h. nicht in unserem ,,Becher“) seien, sondern über die Feinde kommen mögen5. In der Zeit vom 1. Ab bis zum Fasten der Zerstörung Jerusalems (sog. n e u n T a g e) ist Fleisch״ und Weingenuß verboten, denn ,,mit Beginn des Ab vermindert man die Freude“ und beides ist Symbol für Freude (Kolbo, Jerus.). Der gleiche Sinn liegt auch in dem Gebot, am 10. Ab dieselbe Enthaltsamkeit zu bewahren, weil der größte Teil des Heiligtums erst am 10. Ab verbrannt ist. R. Jochanan hätte darum, wenn er in jener Zeit gewesen wäre, den 9. und 10. Ab als Fasten angeordnet. Kolbo führt das Verbot auf die מתאבלים על 6ירושלים zurück, hingegen hängt der Brauch, bis Schabos nach’mu zu warten, lediglich mit כבוד שבת zusammen. Fleisch und Milch. Wie erwähnt, ist der Fleischgenuß ein Zeichen froher Zeit. Daher gehört er zum 7עונג שבת. Das Sabbatlied nennt ,,Wein, Fleisch und Fische“. Eine besondere Art des Fleischgenusses am Sabbatabend ist die Pastete8. Sie wurde in gewissen Gegenden וכל למן zur Erinnerung an das Manna gegessen, das ,,oben und unten von Tau bedeckt war“. Der Maharil kann sich dafür nicht besonders einsetzen9. Am Neujahrstage soll man Lunge (ריאה) essen. Kolbo bringt das Wort mit ,,sehen“ in Verbindung, denn ,,sie macht die Augen sehend“. Ferner wird empfohlen10, den Kopf eines Lammes 1 Minhagim-Bueh ed. Offenbach. 2 Or. ch. 42ל, Kizzur sch’lo S. 81b 3 Menachem Zion z. St. 4 Mispar darke mosche. 5 Minhagim ed. Offenbach. 6 B. b. 60a. 7 Or. ch. § 250, § 2413, Anm., 8 Tur. 242, Darke mosclxe 1. 9 Leket joscher S. 36. 10 Or. ch. 583, Abudram S. 143a.

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