Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Genuß-Symbolik in den rituellen Bräuchen
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 3)
- Language
- German
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- Mohel 1× ep/1006163
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264 einen anderen Grund mit Bezug auf die Stammutter Eva, die die verbotene Frucht, den Wein, Adam gereicht hat, gibt der Sch’lo S. 139b unten an. —־ . Bei der Beschneidung verwendet man 2 Becher, כלם שר בלכה und כרס של מציצה. Es ist Brauch, aus dem Becher des Segens einen Tropfen auf den Mund des Kindes zu träufelnl, wenn man die Worte בדמיך חיי spricht. Als Grund führt Abudram aus Bamidbar r. P. Nosso mit Bezug auf Ex 3227 an: ״Moses beschnitt, Aron machte den Einriß und Josua ließ sie trinken, d. h. die Israeliten wurden all die 40 Jahre in der Wüste nicht beschnitten sowohl wegen der Beschwerde der Wanderung als auch, weil kein kühlender Wind wehte, da sie sich jetzt zum Kampfe stellen sollten, wollte Mose und Aron nicht, daß sie ohne Milo und ohne Aufsichnahme des Gebotes sterben sollten, darum beschnitt Moses und Aron machte den Einriß und Josua ließ sie trinken den Staub des goldenen Kalbes, das sie gemacht hatten, wie es heißt ״und er nahm das Kalb, das sie gemacht usw.“ Das will lehren, daß Josua sie wie die Sota (des Ehebruchs verdächtige Frau) geprüft hat, und der Trunk war ihnen zur Zeit der Milo und P’rio zum״ Tode und nicht zum Leben; darum sagen wir, daß der Trunk zur Zeit der Milo und P'rio zum Leben sei und nicht wie jener des Josua. ־— Daß man בדמיך חיי zweimal sagt, bedeutet, daß das Kind durch die Milo des doppelten Lebens teilhaftig wird, des, Lebens in dieser und jener Welt. Beer hagolo führt noch an, daß der Mohel dabei mit den Fingern das Bild von 1שד־ über den Mund des Kindes macht. Machsor Vitry s. 627 מטיף בפי הילד לשם מצות וחינוכה, da der den Segen spendende trinken muß, um so mehr der, um dessentwillen (das Kind) der Segen gesprochen wurde, darum soll das Kind auch einen Genuß von dem Segenskelch haben — das ist aber nur לרמז היא עשוייה. Auch bei der Trauung werden zwei Becher gestellt, der eine für ברכת ארוסץ, der andere für שבע בימת. Aus dem ersten Becher läßt man zuerst den Bräutigam und dann die Braut, aus dem zweiten zuerst die Braut und dann den Bräutigam trinken, was den geschlossenen Lebensbund symbolisieren soll. Bei der Waschung eines Toten sprengt man über denselben Wein, der mit Ei vermengt ist2 (מזלף ביץ). Der R’mo bringt es mit der Bedeutung von נלגל הוא שחוזר בעולם dem sich drehenden Weltrade in Verbindung — ein Symbol, das wohl so zu deuten ist: der Wein ist das Bild der Freude, das Ei das der Trauer — der Weltenlauf schüttet Freud* und Leid vermischt über den Menschen. Bemerkenswert ist, daß gegen diesen Brauch wegen חלקות העמים Einspruch erhoben wurde 3. Eine besondere Bedeutung kommt den 4 Bechern Weins (Arba Kossos) am Sederabend zu, deren Begründung bekanntlich כנגד ל' גאולות (Ex 66,7) ist (Jeras. Meg. I, P. 10 ה״א); eine andere Ansicht (Josua b. Levi) findet ihre Deutung in ד כופות של פרעה entsprechend Gen 40113 <ג> eine dritte in dem Vergleich mit מלכיותdie Rabbanan vergleichen sie כנגד ד, פורעניות שהקב״ה עתיד להשקות את או״ה mit Bezug auf Jer 251ד und Ps 759; 165; 116!3 ( 235). Der Sohar sieht 1 Jore dea § 265; Abudr. S. 191. 2 Jerus. Sekalim II, Joredea 352*, Anm.3 Kolbo 97a. 3 Pit’che!;,schuba z. St.;