Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Genuß-Symbolik in den rituellen Bräuchen
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 2)
- Language
- German
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208 Kuchen von symbolischer Bedeutung werdet gebacken an Sehowuoth (Sinai1 — Käse-Kuchen) am Purim (Haman, Hamanstaschen). Kolbo 505 berichtet von dem Brauche, am Sch.,,לחם ארוך" ein langes Brot mit 4 Ecken zu machen ״וכר לשתי הלחם״ oder wegen des Sternbildes der ״Zwillinge", das den Siwan beherrscht. — jp׳"■ Wein. Die biblische Erzählung von Noa, der den Wein pflanzt, wird ergänzt durch die Erzählung im Midrasch Tanchuma von Noa und dem Satan. Als Frucht, von der Adam gegessen haben soll, wird an den bereits zitierten Stellen auch der Wein genannt. Für die Deutung des Wortes יין und תירוש vgl. die Stelle Joma 76b und Sanh. 70a. Schon die Fabel des Jotam weist auf die Symbolik des Weines hin. Der Wein ist Haupterfordernis für den Kiddusch, die Weihe des Festtages und des Sabbats. Die sittliche Wirkung dieser Weihe über den Wein führt bereits Abudram S. 98 an, daß der Mensch durch den Segen, den er über den Becher spricht, nicht dahin kommen werde, sich zu berauschen. Aehnlich schreibt Sch'lo S. 83b; ״Der Mensch muß sich bei seinem Tische durch seine Mahlzeit heiligen, nach dem Ausspruch ״Heilig sollt ihr mir sein", d. h. Heilige dich selbst in dem dir Erlaubten, darum soll er kein Schlemmer und Säufer sein, sondern esse wie vor einem König der Ehre, d. i. Gott.“ Das Halten des Kidduschbechers ist nicht gleichgültig. Man soll den Becher mit beiden Händen halten, ihn auf die Finger der einen Hand stellen, dann unten am Saume (nicht an den Wänden) fassen2. Auch der Sch’lo (83a) schreibt, daß man den Becher auf die Fläche der rechten Hand stelle und die Finger darum schließe nach dem Verse Gen 40u ,,ich gab den Becher auf die flache Hand Pharaos", nicht aber nach dem Brauche jener, die den Becher mit der rechten Hand umfassen, so daß die Finger den Becher umschließen. Den Becher soll man mit dem Auge betrachten, weil es heißt; ״ עיני ד' אלהיך בהDie Augen Gottes deines Herrn sind darauf.“ — Man nimmt den Becher mit der rechten Hand, denn ״der Segen ist in seiner Rechten“3, כשושנה: die Finger sollen den Becher wie eine Rose umschließen. Bei der Habdala wird der Becher zum Zeichen des Ueberflusses in der Woche übervoll gegossen; entsprechend dem Grundsatz כל בית שאין יין נשפך בו כמים אין סימן ברכה ״das Haus, in dem der Wein nicht wie Wasser ausgegossen wird, hat kein Zeichen des Segens", gießt man, ehe man den Segen über den Wein vollendet, von dem Becher auf die Erde aus als לסימן טוב für die beginnende Woche; in dem ausgeschütteten Wein löscht man die Kerze aus und wäscht sich damit die Augen 4 *, letzteres wegen הבוב המצוה . Sch’lo (S. 135) billigt im Namen des Maharschal dies wegen בדון מצוה nicht, sondern verweist auf den anfangs erwähnten Brauch, den Becher gleich übervoll zu gießen. Das Waschen der Augen ist ein Schutzmittel8, entsprechend שיורי מצוה מעכבין את הפורענות und man spricht dabei Ps 199 ״das Gebot Gottes ist rein und erleuchtet die Augen“. Frauen läßt man vom Habdala-Wein nicht trinken, denn H. bedeutet Scheidung und die Frauen sollen mit Scheidung nichts zu tun haben 6; 1 Vgl. Gtidemann Gesch. d. Erz. III, S. 112. a Sohar, Terumo 157 Ende. 3 Sch’lo 89a unten.! 4 Or. ch. 396*, Anm. 8 Ber. 43b. 6 Magen Abraham zu Or. ch. 396, Buchst. ד s< v. ה5ו״;'\