Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 10)
- Language
- German
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verwirrt und die Gemeinde (Congregagaö .== Kahal) beunruhigt worden sei■!219, 9■—10 st. em hora preeenca 08 mais WR*» 1. embora em presenga dos rnais HR™ und 222, 5 nach früh 1. zu guter Stunde (embora unübersetzt auch 219, 12 im Sinne des hebr. 14 ,219 — .(הבע״ל adarsar, das 222, 12 unübersetzt geblieben ist, beißt um zu predigen (darsar ist das hebräische דרש mit portugiesischer oder spanischer Infinitiv-Endung ar). 219, 16 st. enyaö 1. vengaö, also 222, 14 st. auf daß 1. es mögen kommen. — 221, 9—10 st. mit der Strafe des Bannes. Sie befahlen ihm 1. befahlen sie ihm bei Strafe des Bannes. — Da der Bann gegen Menasseh ben-Israel erst am 16. Jjar 8. Mai 1640 ausgesprochen wurde, das letzte Verfahren gegen da Gosta aber bereits im März oder April stattgefunden hat, Ist die Bemerkung G.’s 269, 10 v. u. ff. unrichtig, daß Menasseh ben Israel dabei nicht fungiert haben kann, weiter damals seiner gottesdienstlichen Funktionen enthoben war. Ein unbegreifliches Versehen ist es auch, daß G. 282,18 y. u. ff. schreibt: ״Wenn die Suspension Menaschehs von seinen gottesdienstlichen Funktionen Mitte Februar stattfand66 usw. Aus der zuerst von G. veröffentlichten Urkunde S. 217 ff. geht doch unzweifelhaft hervor, daß das Verfahren gegen Menasseh ben-Israel nicht schon im Februar, sondern erst im Mai stattgefunden hat. 243, 6—7 st. traducciones 1. tradiciones. — 244, 15 st. באדרותיהם באגדותיהם .! und st. לשילו l. לשונו; daselbst 17 st. בעידו .1 בעידן; daselbst 18־ st. ועוד .1 רעיל; daselbst 23 st. הוכרז .1 הוכרזו; daselbst st. הלכות .1 הלכית {lauter Druck!.). — 245, Anm. zu XXVII, 8—9 meint G., daß da Costa in der Tat nach der Vulgata übersetzt zu haben scheint. Das Gegenteil ist nachweislich der Fall. — 246, 26 ff. bezeichnet G. als Motiv für das Vorgehen der Gemeinde gegen da Gosta und Spinoza den absichtlich betonten Fanatismus dessen, der sich erst durch solchen Fanatismus die Vollwertigkeit erwerben muß. Die Anfrage an Jakob ha-Levi in Verbindung mit dem Responsum des Joel Sirkes gebe über dieses Motiv völlig Aufschluß. Ich meine aber; daß die nur von den Rabbinen und nicht von der Gemeinde ausgegangenen Anfragen und die darauf erfolgten Bescheide nichts anderes und nichts mehr beweisen, als daß auch die Amsterdamer Rabbiner es so gemacht haben, wie es seit Jahrhunderten im Judentum üblich war, indem auch sie in schwierigen oder zweifelhaften Fällen von Wichtigkeit, wo eine religiöse Entscheidung getroffen werden mußte, sich mit der Bitte um ein Gutachten an auswärtige berühmte Rabbiner wandten. Daß auch polnische Rabbiner um Rat gefragt wurden, geschah nicht etwa in der Absicht, in den Augen dieser Strengfrommen für vollwertig fromm zu gelten, sondern weil diese als große talmudische Autoritäten anerkannt waren. Polnische Rabbiner hätten niemals daran gedacht, ״durch Androhung des Bannes ihre Jurisdiktion auf Amsterdam auszudehnen66 (247, 1—2), wenn sie nicht von dort aus wiederholt um ihren Bescheid, angegangen worden wären. Das Motiv aber des Vorgehens gegen da Gosta und Spinoza war einfach die peinliche Frömmigkeit der dortigen Rabbiner, die das Äussprechen einer ketzerischen Ansicht als Schlechtigkeit und Nichts- Würdigkeit empfanden und von Duldsamkeit gegen Ketzer auch nicht einen Hauch verspürten. Die Amsterdamer Rabbiner sind es, die in ihrer Anfrage an Jakob ha-Levi von da Gosta als einem schlechten und nichtswürdigen Erzfeind sprechen,(הצי־ הצורר;16 ,185 איש הבליעל;14 ,185 איש רע ובליעל 185, 30). Auch in der von den Venezianer Rabbinen unterschriebenen Proklamation der jüdischen Gemeinde in Venedig vom Jahre 1618 heißt es, daß die Ketzer, die ihre Ansichten zu verbreiten suchen, bis! zum Aeußersten zu verfolgen sind (31 ,153 ראוי שכר־דפם עד חובה). Menasseh b. Israel bezeichnet die Leugner der Auferstehung oder der Göttlichkeit der Thora oder der göttlichen Vorsehung als Pestgefahr für die Seelen und Staaten. Nur die Amsterdamer; Rabbiner, von denen keiner als Christ geboren war, keiner es nötig hatte, durch Hervorkehrung von Fanatismus die Echtheit und Vollwertigkeit seiner jüdischen Frömmigkeit erst zu beweisen, haben in ehrlichem, wenn auch noch so beklagenswertem Glaubenseifer Männer wie da Gosta und Spinoza mit größter Härte behandelt und aus der Gemeinde herausgedrängt. —• Die Charakterschilderung, die G. 249,12 ff. von Leon da Modena entwirft, steht noch ganz unter dem Einflüsse von Geiger und Graetz, die diesen Räb-. biner der verkappten Ketzerei beschuldigt haben. Nachdem aber der bündige Nachweis erbracht ist, daß die dem Leon da Modena mit Unrecht zugeschobenen ketzerischen Thesen nicht von ihm, sondern von da Costa stammen, ist auch 15*