Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 11)
- Language
- German
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nicht der Schatten eines Beweises dafür vorhanden, daß jener ein 'Wühler׳ gegen die Religion gewesen ist und der gleichen Zeitströmung wie da Costa angehört. > 283, 1 st. •תיבה .1 תבד; daselbst 3 st. הסכמה .1 אזקברי Gemeindebeschluß ך. daselbst 6 st. כבא־, .1 גבי. Die anscheinend vielen kleinen Ungenauigkeiten und Versehen, deren Aüfzeigung und Verbesserung ich mir habe angelegen sein lassen, sind — das muß ausdrücklich gesagt werden — verschwindend gering gegenüber der Fülle der in diesem Buche vom Verfasser geleisteten vorzüglichen Arbeit. Man vergesse auch nicht, daß es sich hier zum großen Teile um die Uebertragung schwieriger hebräischer und portugiesischer Texte gehandelt hat, deren lücken- und fehlerloses Verständnis nicht allein eine gründliche philologische Schulung erfordert, sondern auch eine volle Beherrschung des hebräischen Bibeltextes, Vertrautheit mit der jüdisch - religiösen Tradition und genaue Kenntnis anderer in Jüdisches und Hebräisches übergreifender Stoffgebiete, in denen ein nichtjüdischer Forscher sich nur schwer zurechtfinden kann. Das vortreffliche da Costa-Buch ist eine wohlausgereifte Frucht mühseligen gewissenhaften Studiums, es bedeutet nicht etwa nur einen Fortschritt, sondern einen Abschluß auf dem Spezialgebiete der da Costa- Forschung, eine prächtige Grabe, für die dem Verfasser reiche Anerkennung, der Spinoza-Gesellschaft aufrichtiger Dank gebührt. N. Porges. 1, Die Kultusreformation des Josia* Die Aussagen der modernen Kritik über II Reg 22, 23 kritisch beleuchtet von Martin Kegel. VI, 127 S. Leipzig- Erlangen 1919. A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung. 2. Die Kultusreformation des Esra. Aussagen moderner Kritik über Neh 8—19׳ kritisch beleuchtet von Martin Kegel. Gütersloh 1921. C. Bertelsmann. S• Los von Wellhausen! Ein Beitrag zur Neuorientierung in der alttestamentliehen Wissenschaft von Martin Kegel. 70 S. Gütersloh, C. Bertelsmann, 1923. 1. Seitdem de Wette in seiner Dissertatio critico-exegetica die Entdeckung* gemacht hat, daß wir II Kön 22, 23r30 den glaubwürdigen Bericht über die Auffindung des Deuteronomiums vor uns haben und nachdem besonders Wellhausen in seinen Projegomena weiter nachzuweisen gesucht hat, daß wir es bei jenem Geschehnis nicht mit einer Wiederauffindung, sondern mit der Neuschöpfung des deuteronomischen Gesetzbuchs zu tun hätten, hat man in der Bibelwissenschaft der Erklärung dieser beiden Kapitel natürlich die höchste Aufmerksamkeit zugewandt; bildeten sie doch ״den Ausgangspunkt für die neuere Pentateuchforschung und somit eine Voraussetzung des modernen Verständnisses vom A. T.“ Wenn trotzdem Kegel in unserem Buche nochmals eine genaue Erklärung dieses Abschnitts der Königsbücher unternimmt, so tut er es, wie er in seiner Einleitung sagt, einmal weil noch heute beachtenswerte Gelehrte diesen ,,gesicherten Ergebhissen der modernen atl. Wissenschaft‘6 mit einiger Skepsis gegenüberstehen, sodann aber weil er die bisherige Methode der Erklärung, die den Abschnitt stets sogleich zu dem Deuteronomium in Beziehung setzt, mit Recht für anfechtbar hält. Bei der textkritischen Behandlung dieser Kapitel geht K. von dem richtigen Standpunkte aus, daß man nicht ohne Weiteres den LXX den Vorzug vor dem M. T. geben dürfe, sondern daß dieser ״eine sehr hohe relative Sicherheit und Ursprünglichkeit“ habe. Ohne sich darum sklavisch an den überlieferten Text zu halten, gibt K. zunächst unter Heranziehung der modernen Kritiker, deren Aussagen im einzelnen beleuchtet werden, einen gereinigten Text von II Kg 22 u. 23. In der anschließenden liierarkritischen Untersuchung wird gezeigt, daß das Kernstück des Berichts von einem der Nächstbeteiligten spätestens 12 Jahre nach Josias Reformation verfaßt sein müsse. Die Untersuchung des parallelen Berichts II Chron 34 u. 35 ergibt, daß daselbst in d e n Abschnitten, die nicht von den Königsbüchern abhängig sind, Wertloses (wie;die ^Erzählung über die Passahfeier) und Wertvolleres (wie der Bericht über Josias Reformneigungen vor der Auffindung des Gesetzbuches) neben einander stehen, und daß man daher im wesentlichen sich an die Erzählung von II Kg 22 f. zu halten habe.! Nachdem so die biblischen Quellen für die Auffindung des Gesetzes text- und literarkritisch untersucht sind, wird ihr Inhalt aus der Zeit heraus