Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 4)
- Language
- German
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■ •■■y " ■■׳■213■;;...;.■■ \ " ■:.■י; r Das dem Schicksal da Cöstas gewidmete Kapitel der Einleitung fXXVI bis XXXII!) bietet in gedrängter Kürze einen vortrefflichen Ähriß der Bk>- graphie dieses Kämpfers: und Dulders. Das letzte Kapitel der Einleitung (XXXIII—XL) weist den inneren Zusammenhang zwischen da Costa und Spinoza nach, die Linie, die von dem einen zum andern führt und die Punkte, in denen die Gedanken der beiden zu einander in Beziehung stehen. Del* Weg der beiden geht in der Richtung von der Transcendenz zur Immanenz Gottes. Der extremste Ausdruck der Transcendenz ist die Offenbarungsreligion. ״Die' Bibelkritik ist eine entscheidende Phase in dem Kampfe von Immanenz und Transcendenz. Hierin scheint die Stellungnahme Spinozas wesentlich durch die Steilung da Cöstas bestimmt.“ Dieser ist sonach nicht etwa nur zeitlich, sondern auch geistig der Vorgänger Spinozas gewesen und Gebhardt hat zuerst die Unterlagen hierfür deutlich aufgezeigt: ״Spinoza beginnt, wo da Costa endet“. Wenn auch G. — was ich in einem besonderen Artikel darzutun mir Vorbehalte — die bibelkritischen Behauptungen da Costas in ihrer Bedeutung stark überschätzt, so teilt doch Spinoza schon von Anfang an unzweifelhaft mit da Costa die Leugnung der Offenbarung und die polemische Einstellung gegen die Pharisäer, und es darf fortab als ausgemacht gelten, daß Spinoza hier unter dem Einflüsse seines Vorgängers gestanden hat. G. schließt seine Einleitung mit folgender Bemerkung über ״das Volk der Marranen“: ״Was von ihm lebendig ist, lebt in jenen beiden. Sie sind der Sinn seiner Geschichte, sie hervorzubringen, war die welthistorische Mission der Marranen (XL, 20 ff.). Aber ich meine doch, selbst zugegeben, daß Völker, wie Menschen um ihrer Besten willen da sind, die Geschichte der Marranen hätte auch ohne diese beiden Männer immerhin einen Sinn gehabt, den Sinn, deutlich zu beweisen, daß jüdischreligiöse Ueberzeugung und jüdischreligiöse Ueberüeferung nicht auszulöschen, nicht auszurotten ist, daß gewaltsam unterdrückte jüdische Glaubenstreue aller Fesseln spottend, allen Gefahren trotzend, schließlich doch zum Durchbruche kommt. Mag auch dieser Sinn vielen höchst nebensächlich scheinen, wir Juden haben das Recht, ihn bedeutsam zu finden. - Den zahlreichen Anmerkungen, die am Schlüsse des Buches ihren Platz gefunden haben, geht ein Kapitel über die da Costa-Literatur voran, worin alles Einschlägige gewissenhaft zusammengestellt und kritisch gewertet wird. In den fremdsprachlichen Texten und Uebersetzungen ist vieles zu herichtigen, auch auf einige kleine sachliche Irrtümer sei im Folgenden hingewiesen. XII, 2 und 6 wird das Wort forsados mit Verbannte wiedergegeben. Es heißt aber Zwangsiäuflinge, eigentlich Gezwungene — hebr. אנוסים. — XVI, 1 st. Jedermann sei es hiermit zur Kenntnis 1. Es ist männiglich behärmt. Das. 7 st. zuerst 1. in geringer Zahl, Das. 9—14 st. eine Tat , , . fertigte 1. seine Vorträge erleuchteten die Welt durch Einsicht, das Land sah1 s und fing an, heilig zw sein. Zum Danke dafür, daß er bei fast allen seinen Glaubensbrüdern beliebt war, förderte er das Wohl seines Volkes, fertigte er , , Das. 16—17 st. wodurch ... wies I. Jeden Morgen war groß seine Treue um ihnen dm Weg zu bereiten, den sie wandeln sollten. Das. 19 st. an anderer Stelle geschrieben und 1. in Büchern. Das. 23 und 24 st. ihm 1. ihnen —10 ,4 ־• Ist nach אותם ein Schlußpunkt zu setzen, das folgende באופן זה eröffnet den nächsten Satz. In der Uebersetzung 12, 13 ist also auf diese Weise zu streichen und der nächste Satz mit Sonach zu beginnen. Der Passus שלא ביארה שיעשו אותם besagt, daß die Thora nirgends ausdrücklich erklärt habe (nicht, wie es in der Uebersetzung [das. Z. 12] heißt, erläutert), daß man Gebetriemen anfertigen soll. Das. 30—31 (13, 19) רופא מלאכת היד ist am besten mit Chirurg zu übersetzen, wie es auch in den Propostas (23, 9) an der entsprechenden Stelle cirurgibens heißt. מלאכת היד wörtlich Arbeit der Rand Chirurgie. — 5, 3 genügt die kleine Aenderung von אם in עם, um einen befriedigenden Sinn herzustellen. Die Uebersetzung (13, 26—27) nach angeht würde dann lauten: selbst wenn dieses aus einem Grunde von den Schriftgelehrten her geschähe, geboten war de nicht* 5, 14 st. מצד .1 מצר (Druckt.). 6, 12 הד ist Dittographie aus dem vorhergehenden וגד entstanden und darum zu streichen * vgl. 24, 19. — 9, 7 דעות und 26, 24 opinoens, Da Costa denkt hierbei wohl an abergläubische und vernunftwidrige Meinungen oder den guten Sitten widerstreitende Vorstellungen, die allerhand agadischen Aussprüchen im Talmud und Midrasch zu Grunde liegen und von denen er meint, daß sie allenfalls für