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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 5 · p. Seite 200

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 5
Article
Notizen zur Archäologie
Date
1923-01-01
Page
Seite 200 (sequence 7)
Language
German
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t e r s Auch in seinen ״Archäologischen Notizeh“ ist durchwegs von N a h e n und S t e c h e n des Leders die Rede. Ad 2. Durch meine Feststellungen ist auch dieser Nachtrag Krauss* gegenstandslos. Alle Nachträge derWelt sind nicht imstande, Tatsachen aus der Welt zu schaffen. Es wäre daher überflüssig, die Wertlosigkeit seiner neuen Beweise därzulegenwenn sie nicht zugleich ein neues charakteristisches Beispiel für die Art wären, wie Krauss rabbinische Texte benützt und verwertet. Als Beispiel für Aufzählungen von ״Unters c h i e d e n zwischen griechisch-römischem und jüdischem Leben“ führt Krauss an erster Stelle den Satz an ״Esau hat Märkte, Jakob hat Gassen“., — Esau hat also keine Gassen! Griechen und Römer haben wohl einen Luftverkehr gehabt, der ihnen die Gassen entbehrlich machte. Und Jakob, läßt Krauss den Agadisten sagen, hat keine Märkte. Dies ldingt ebenfalls nicht sehr wahrscheinlich. Natürlich aber steht in der fraglichen Stelle etwas ganz anderes, nämlich: ,,Du (Esau) hast Märkte und Jakob hat Märkte, du hast Gesetze u n d Jakob hat Gesetze, wenn er seine Gesetze nicht beachten wird, wirst du über ihn herrschen“. Gen. r. LXVII, 7. את יש לך ירידין והוא יש לו ירידים1♦ את יש לך נמוס־ם והוא יש לו נמופים. אם ראית יעקב אחיך פורק מעליו עולה של תורה גזור עליו שמדים ואת שולט בו. Es ist also von der Gleichheit zwischen Israel und den Völkern die Rede, nicht von einem Unterschied. Dies hätte Krauss auch aus L evys Wörterbuch II, 264b erfahren können2. In Num r. 10 ist tatsächlich von Unterschieden zwischen Israel und den Völkern die Rede. Aber dort fehlen auch z. B. Einheitsbekenntnis, Sabbat, Beschneidung und Speisegesetze. Folglich — 1 So Jalkut Gen. § 115 und Midrasch ha-gadol ed. Sehechter S. 435> so hat noch der Verfasser des Jephe Toar gelesen. In den spateren Ausgaben ist aus der Glosse im Jalkut zu פירוש שווקים" ירידים“ der Text entstanden: את יש לך ירידים שווקים והוא יש לו שווקים, wie schon Matnoth Kehunah bemerkt. Aber auch, wenn שווקים echt wäre, wäre es, da es ja selbst mindestens auch ״Märkte“ bedeutet, kein Gegensatz zu ״Märkte“. Und selbst, wenn שווקים hier echt wäre und sonst nie in der Bedeutung ״Märkte“ Vorkommen würde* müßte es hier als verwand t mit ירידים verstanden werden, wie die unmittelbare Fortsetzung und die Pointe der Stelle es gebieterisch fordern, wie auch alle Kommentare den Sinn der Stelle verstanden haben: Esau und J.aköb haben also Recht nebeneinander zu leben, keiner dem anderen untergeordnet, nur wenn Jakob seine Gesetze nicht hält, da herrscht über ihn Esau. Daß aber שווקים identisch sind mit ירידים, beweist Ab. Zarah 2b, wo Rom שווקים hat. ״ 2 Vielleicht auch aus den anderen Wörterbüchern, die Krauss in gar erschrecklicher Zahl gegen mich mobilisierte, die aber mir nicht zur Verfügung stehen. Aber gerade aus dem Fehlen einer ,Erklärung zu dem fraglichen Ausdruck kann Krauss ersehen, wie berechtigt meine oft wiederholte Behauptung ist, daß Wörterbücher des Menschen beste Freunde nicht sind. Ich bemerke jetzt, daß Krauss schon in seiner Archäologie (II 357) unsere Ä mißverstanden hat, und dies trotzdem er in der Note (690, 335) bemerkt: ״Gen. R. 67,7 (daß שווקים Glosse zu ירידים, bemerken schon Ps-Ragi und מ״ם) J alk I § 115“. Die Angabe, daß Pseudo-Raschi ׳שווקים als Glosse erklärt, beruht auf dem Mißverständnis, daß Krauss in Matnoth Kehuna gelesen hat : ״ וכיד. ,בילקום ופירש״יso im Jalkut und bei Raschi“, während zu lesen ist : ״ . וכ״ה בילקוט. ופירש״יso auch im Jalkut. Räschi erklärt nun“ usw.

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