Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Notizen zur Archäologie
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 6)
- Language
- German
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Hier ist jeder Versuch einer Miß-, Um-, Weg- und Verdeutung a limine ausgeschlossen. Hier wird es laut und vernehmlich gesagt: Es ist religiöse Vorschrift für die jüdische Frau, ihr Haupt zu hedecken. Ad 3. Krauss gibt zu, daß בית שמניא Öelhaus bedeutet, und daß שמניא aramäischer Plural oder, wie er meint, Dual ist, also doch von einem a r a m. שמנא. Ob das eine ursprünglich aram. oder aramäisierte hebräische Form ist, bleibt sich doch gleich, wenn man nicht gerade Philologie treibt. Daß Oel aram. משח heißt, weiß jeder Schuljunge, ohne Bredereks Konkordanz zu benützen. Ich habe aber als selbstverständlich vorausgesetzt, daß das Wort in den Wörterbüchern erklärt wird; nun behauptet Krauss, daß dies nicht der Fall ist. Ich glaube es ihm, gebe meinen Irrtum zu und nehme auch meine betreffende Bemerkung gegen Holtzmann zurück. Ich benütze diese Gelegenheit, um zwei schwere Irrtümer in Krauss" ״Talmudische Archäologie“ II zu berichtigen: 1. II S. 426 Anmerkung 19: ״Die Leibesfrucht, die 30 Tage im U t e r us verharrt hatte, ist keine Fehlgeburt mehr“. Ein Blick auch nur in eine einzige der von Krauss verzeichneten Stellen zeigt, daß 30 Tage nach der Geburt gemeint sind. 2. Talmudische Archäologie II S. 462 Anmerkung 345. Der Hinweis auf Nidda lx beruht auf einem argen Mißverständnis; die עדים dort sind keine ״Zeugen“, sondern ״Fetz e n“. Die unbedenkliche Sicherheit aber und die Einmaleins-Selbstverständlichkeit, mit der Krauss die betreffende Bemerkung vorträgt, hat auch einen andern, sonst nicht blindgläubigen Autor verleitet, jene Ungeheuerlichkeit nachzuschreiben. Vergl. J. Neubauer ״Beiträge zur Geschichte des biblisch-talmudischen Eheschließungsrechtes“, S. 61 Anmerkung 6. Ich begnüge mich jetzt mit der kurzen Berichtigung. Eine ausführliche Begründung in einer eventuellen Erwiderung. ❖ ❖ * Nachtrag. Zu KraussJ Nachtrag, den ich nach Abschluß meiner Erwiderung1 zu Gesicht bekam, habe ich folgendes zu bemerken: Ad 1. Die Borste diente zur Steifung des Fadenendes, uni es in die Löcher einführen zu können. Daraus beweist nun Krauss, daß man auch mit Glas-und Schil frohr- Splitter hartes Sohlenleder und Holzsohi e n ״genäht bezw. gestochen“ hat. Nun, heute steifen die Schuster den Faden mit Wachs, folglich näht und bohrt man Schuhe mit Wa c h s. Ich habe aber meinen Schuster gefragt, ob mail Glassplitter, Borste und Wachs als Pfriemen gebrauchen kann, und er meinte: ״Herr Doktor, bitte, lassen sie sich ihre Schuhe bei meinem Konkurrenten richten!“ Krauss aber schreibt in seiner Archäologie: ״Die einzelnen Stücke zusanutienzttnähetl bedient er sich einer metallenen Pfrieme, zur Not auch eines D o r n s , und sogar eines. Glas- oder S c h i 1 f r o h r s p 1 i t - 1 Dort ist am Schlüsse zu den Stellen in Krauss’ Arch. II nachzutragen: auf diese Stellen hat mich vor längerer Zeit Dr. Ch. Albeck aufmerksam gemacht.