Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Archäologische Notizen
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 7)
- Language
- German
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W§:0 £w§ einer Kopfbedeckung getragen werden, wird mit keinem Worte gesagt. Ware eine Kopfbedeckung:da, inüßte dock der חשש des Tragens am Sabbat mit der Kopfbedeckung beginnen! und wenn die Kopf- V-C bedeckung verpflichtend ist, wie kommt man zu der Befürchtung, daß die Frau, die etwa einen Schmuck im Haare trägt, diesen — dort, auf offener Straße — herausnimmt und ihn der Kollegin zeigt? c Nein —wenn etwas, so beweist gerade diese Stelle, daß die jüdische Frau ohne Kopfbedeckung auf die Straße ging. Was außer den Bändern noch sonst in der Mischna steht (לצלעות — richtiger aufzufassen als Tracht der jungen Mädchen, wie dort in der Gemara gebracht wird — טוטפת etc.), ist alles eher denn Kopfbedeckung; nur Schmuck, nichts als Schmuck. Trotzdem leugne ich nicht, daß sich die jüdischen Frauen der talmudischen Zeit mehrfach auch bedeckten Hauptes trugen, aber ich fasse das als eine Modesache auf, mit der weder Sitte noch Religion was zu tun haben. In anderen Fällen wird das Verhüllen des Haares aus besonderer Frömmigkeit geschehen sein, was ja auch bei Männern der Fall war, aber solche Fälle sind nicht zu verallgemeinern und nicht als Beweis anzuführen. 3. Aptowitzer (das. S. 69) bespricht, aus Anlaß der Mischna- Übersetzung Holtzmanns, die Stelle &לשכת בית שמל in M. Middoth 26. Ed. Lowe hat בית שמניה, was a. mit Recht als בית שמניא mit auffaßt. Aber er bemerkt auch, gegen Holtzmann; er hätte bloß ein ,Wörterbuch aufschlagen müssen, um zu erfahren, ״daß שמלא pl. von שמכא Qel ist". Ich habe meines Kollegen Rat befolgt, habe die Wörterbücher von L e v y (beide), Kohut, Jastrow, das syr. Wb. von Brockelmann und Schulthess auf geschlagen, habe aber die apodiktisch hingestellte Behauptung Aptowitzers nicht gefunden. Man kann sie auch nicht finden, dennOel heißt bekanntlich aram. und syr. משח, nicht aber שמנא (vgl. Onkelos bei Brederek, Konkordanz zum Targum Onkelos S. 124). Unser בית שמניא gehört also zu den nicht selten anzutreffenden Mischformen dieses Sprachkreises; das hebr. Wort bekommt eine aram. Endung. Dieses Wort ist analog gebildet dem בית מטבחייח in M. Kelim 156; vgl. dasselbe Wort im Munde des Jose ben Joezer in b. Aboda Z. 37a und sonst (aus Eduj 87). Auch מטבחים wird von A. (a. O.) berührt, er erklärt aber nicht, warum das Wort die Dualform hat. Umsonst suchte ich auch in den älteren Kommentaren, z. B. den vielen, die M. Aboth 5ß kommentierten. Ich erkläre mir das so, daß das Schlachthaus etwa einen erhöhten und einen abschüssigen Boden hatte; dort ging der Akt des Schlachtens vor sich; hier floß das Blut und das zum Spülen;gebrauchte Wasser ab. Bei בית שמליה dürfte die Sache anders liegen; nach jener Angabe in Midd 26 wären in jener Kammer Wein und Oel eingelagert, also zwei Dinge, was man eben durch den Dual anzudeuten für nötig fand. Das Wort בית שמליל dürfte auch hinüberleiten zu dem aus dem N. T. bekannten Gethsemane1, dessen hebr. und aram. Ent- 1 Erklärungen s. hei Win er, Bibi. Rwb. 1, 424; Dal man, Gramm, des j. pal. Aramäisch, 1. Aufl., B. 152 u. 289; in dem neuen Werke: I. S. . Horowitz, ארץ ישראל ושכנותיה (Wien 1923) finde ich das Schlägwort nicht, wohl darum, weil es in einer j. Quelle nicht vorkommt.