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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 5 · p. Seite 190

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 5
Article
Archäologische Notizen
Date
1923-01-01
Page
Seite 190 (sequence 5)
Language
German
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■ aiHif der Straße“ usw. Ich habe zur -Genüge dargetan, daß פלצ nur heißt: das Haar lösen; es ist das natürlich ein großer Schimpf für die Frau, ungefähr dasselbe, was es heißt, dem Männe den Gehrock auszuziehen. Würde man der Frau das Kleid vom Leibe gezogen haben, wäre natürlich der Schimpf noch größer; aber die Mischna nimmt einen Akt an, der weniger roh ist und leichter auszuführen ist. Daß sie im Verfolge von Tallith beim Männe nicht annimmt, und desgleichen, wenn der Frau das Kopftuch heruntergestreift wird, was doch gewiß auch ein Schimpf wäre, beweist gerade, daß die Frau — und sie befindet sich hier auf der Straße — kein Kopftuch trug. So auch bei der des Ehebruchs verdächtigeii Frau (סוטה); in der peinlich genauen Agende, die betreffs ihrer in M. Sota I5 vorgeschrieben ist, heißt es keinesfalls, daß man ihr vorher das Kopftuch abnimmt, sondern nur סותר את שצלה der Priester lost ihr das Haar; das ist die rabbinisch ausgedrückte Handlung von bibl. ופלצ את לאש האשת. Die Sota ist also im Heiligtum ohne Kopftuch erschienen; ganz nach ihrem Willen, denn eine Vorschrift gab es hierfür nicht. Falls sie, die doch vorerst als ehrbar erscheinen will, bedeckten Hauptes erschienen wäre, wäre nach allem nicht die Entfernung des Kopftuches die schimpfliche Handlung gewesen, denn das hätte die Mischna ebenso angegeben, wie sie angibt, was mit ihren Kleidern und was mit ihrem Schmuck geschah; also nur in der Lösung der kunstvollen Haarfrisur liegt der Schimpf. Ich habe das im Talm. Arch. 1651 genug ausführlich behandelt, und ich habe keinen Grund, oftmals und deutlich Gesagtes hier zu wiederholen. Nur auf folgende Kleinigkeit möchte ich hinweisen < In Midrasch1 Num. R. 1920 befindet sich der schöne Vergleich: Sobald Aron gestorben war, zogen sich die göttlichen Wolken (צנני כבול) zurück, und sie sahen aus, wie eine verwilderte Frau (ונראו באשה פלוצלו). Ich denke, Subjekt von תלאו sind nicht s i e (die Israeliten), sondern die Wolken: die früher so lieblichen, harmonisch lagernden Wolken sehen nun aus, wie eine Frau, die mit verwildertem Haar einhergeht. ' Nun befindet sich in M. Baba K. daselbst noch eine Erzählung, worin der Ausdruck!גלתה את לאשל. Diese!סצשל wird zur Illustration der Worte R. Akibas angeführt, der da gegenüber dem ersten Tanna, der die Geldstrafe abgestuft (הכל לפי ככולו) wissen will, behauptet, auch die Aermste in Israel habe Anspruch auf die gleiche Entschädigung; als nun der Beleidiger zu ihm kam und darauf hinwies, daß die betreffende Frau, die ein bißchen ausgeschüttetes Oe! sich auf den Kopf strich, offenbar zu den Vornehmen nicht gehört, wegen־ deren er 400 zuz soll bezahlen müssen, sagte ihm R. Akiba: Deine Behauptung gilt nicht! D. i. es bleibt bei der Strafe von 400 zuz. Aber selbst für den Fall, daß der Mann mit dem Vorfall nur beweisen wollte, daß die Frau, indem sie sich den Kopf entblößte, als ״schamlos“ zu gelten habe, so steht doch seiner Auffassung die maßgebende des R. Akiba entgegen, daß das an der Sache nichts ändere. R. Akiba hat also jene Frau keineswegs für 1 Nach der Angabe in פ*רת ד.&דרש& soll es sich auch in j. Sota I finden; aber ich habe den Satz dort vergeblich gesucht.

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