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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 4 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1923-01-01
Page
Seite 139 (sequence 3)
Language
German
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139 ־.־ R. Josua, der die von der Thora eingeführte Aera auch als die Aera der Urzeit voraussetzt, überträgt auch spätere Verhältnisse und Zustände auf die vorsinaitische Zeit. Nun werden na'ch der Thora Pflichtopfer aus Bodenprodukten zur Erntezeit dargebracht. Da Kain Bodenprodukte als Opfer darbringt, muß dies zur Zeit der Ernte gewesen sein. Da er aber מקץ ימים ,,am Ende von Tagen“, d. h. am Ende eines landwirtschaftlich bedeutungsvollen Abschnittes geopfert hat, mußte, er sein Opfer am Abschlüsse der Erntezeit darbringen, d. h. zur Zeit des Sabufoth-Festes. — R. Eliezer macht einen Unterschied zwischen vormosaischer Zeit und der Zeit nach Moses. Hier muß eine psychische Erwägung die Zeit des Opfers ermitteln. Kain kann seinem ganzen Charakter nach kein Ernteopfer, das als Dankopfer angesehen wird, dargebracht haben. So muß er zur Zeit der Aussaat geopfert haben. Da er aber ,,nach Ablauf von Tagen“, also am Abschluß der Aussaat geopfert hat, fällt dies in die zweite Hälfte des Monats Kislew, also in die Zeit des Festes der Hanukka. Für die Auffassung R. Eliezers spreche es, meint A., daß aller Wahrscheinlichkeit nach in der zweiten Kislewhälfte ein landwirtschaftliches Fest gefeiert worden ist. R. Josua b. Levi, der behauptet, daß eigentlich das Schlußfest von Sukkoth nach 50 Tagen stattfinden müsse entsprechend dem Schlußfest des Pesah-Festes, als das Sabuoth anzusehen ist, hatte dunkele Kunde davon, daß in alter Zeit im Kislew ein Landwirtschafts fest gefeiert wurde. Tatsächlich wurde Hanukka in frühester Zeit nach Art des Laubhüttenfestes begangen. Nach II. Makk 1067־ trug man beim Feste der Altareinweihung mit Weinlaub umwundene Stäbe, grüne Zweige und Paimzweige umher.- II. Makk 19 wird das Fest im Kislew geradezu Laubhüttenfest genannt, 118 ,,das Fest der Laubhütten und des Feuers“. Die Einweihung des Tempels im Kislew mochte an die Einweihung des salomonischen Tempels erinnert haben, die sich dem Laubhüttenfest unmittelbar angeschlossen hat. (I. Kön 8266־65 י; II. Chr 53, ד10־8ל Tosefta Sukkä 417; Mö'ed-Katan 9a.) Nach der Agada hat Kain ein minderwertiges Opfer dargebracht. Er hat Spätfeigen geopfert. Philo hingegen spricht von der Zeit der Erstlinge. A. sucht zu zeigen, daß die Meinung des Agadisten die Zeit von Hanukka voraussetze, also sich R. Eliezer anschließe, die Ansicht von Philo mit R. Josua an die Zeit der Erstlinge denke. Eine andere frühagadische Auffassung läßt Kain ״das Zurückbleibende von seiner Nahrung“, geröstete Aehren und Leinsamen, opfern; Geröstete Aehren und v Leinsamen erinnern an das Omer am Pesah-Feste und die Erstlinge am Sabuoth. Josephus läßt Kain von den Früchten des Feldes und der Bäume opfern, Abel aber Milch und Erstlinge seiner Herdb darbringen. Auch die christlich-muhammedänische Sage weiß, daß Abel das Beste, Kain das Schlechteste zum Opfer hingegeben hat. — Die Sage läßt auch d i e Frage nicht unerörtert, woran Kain es gemerkt habe, daß sein Opfer nicht angenommen worden war. Nach Philo kam Traurigkeit über ihn, nach der christlich-muhammedanischen Legende verzehrte ein göttliches Feuer Abels Opfer, während Kaihs Gabe unberührt blieb. — Ueber die Mordstätte (5. Kap.) macht die Agada keine ausdrückliche Angabe, dagegen weiß sie, daß das Mordinstrument ein Stein oder ein Rohrstab war. Die Stelle lautet: ״und er tötete ihn. Womit tötete er ihn? R. Simon b. Gamliel sagt: mit einem Rohrstab hat er ihn getötet, denn es heißt: ״ein Kind durch meine Beule“ (Gen. 423), ein Ding, das eine Beule verursacht. Und die Rabhanan sagen: mit einem Stein hat er ihn getötet, denn es heißt: ״denn einen Mann habe ich getötet durch meine Wunde“, ein Ding, das Wunden erzeugt.“ (Gen. 1\ 128). A. glaubt diese Deutungen durch den Hinweis darauf begründen zu können, daß למצעי und לחבוךתי von dem Agadisten mit ״durch meine Wunde“ und ״durch meine Beule“ übersetzt worden ist. . Es ergibt sich dann aus Gen 423b, daß ein איש, ein erwachsener Mann, durch eine; Wunde, d. h. Verblutung, getötet werden kann, ein Kind, יל|ד., dagegen schon infolge eines Stockhiebes. Nun gibt es über das Alter Kains zwei verschiedene Ansichten. Die eine läßt ihn als Erwachsenen umkommen, die andere als Kind. Der letzteren folgt Simon b. Gamliel, daher läßt er Abel ,dm’di eine Beule sterben, die schon durch einen. Stockhieb hervorgerufen werden kann, während die Rabbanan Abel im Mannesalter sterben lassen. Zur Begründung der Ansicht R. Simons erinnert A^ daran, daß die Agada auf die Frage, wie Kain gestorben ist, zwei Antworten hat. Die eine: Kain ko mint erst bei der Sintflut um, die

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