Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Religionsphilosophie der Gegenwart
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 7)
- Language
- German
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letzten metaphysischen Halt in der. Unendlichkeit , des geschieht״ liehen Lebens. .. ׳ , . So führt auch hier die Selbststeigerung der geschiehtlichep Entwicklung, die Heterogonie der Zwecke vom Aberglauben und .Zauberkult ziir Welt der Götter und letztlich zur Idee des Uebersinnlichen, der Idee der Zugehörigkeit des Einzelnen und des: Ganzen zu einer übersinnlichen Welt. Und auch hier darf das Ziel der Entwicklung zugleich als ihr Keim betrachtet werden. Die Ahnung ׳des Uebersinnlichen liegt auch den wüsten Träumen der Menschheit, ihren mythologischen Phantasieschöpfungen zu Grunde, bis sie zur philosophischen Klarheit der Idee des Uebersinnlichen gelangt. Die Heterogonie der Zwecke verwandelt den Kausalzusammenhang in einen Sinnzusammenhang. Eine kritische Stellungnahme wird die Grundbegriffe der Wundtsehen Psychologie, den Begriff der schöpferischen S y n— t hese und der HeterogoniederZweckezu prüfen haben. Denn die schöpferische Synthese war es, die den mechanischen Kausalzusammenhang der psychischen Phänomene in jene eigenartige Steigerung der psychischen Gebilde von der Empfindung zum Begriff und vom einfachen Gefühl zum Willen verwandelte. Und die Heterogonie der Zwecke ist es, die; aus den animistischen Vor- Stellungen der mythologischen Apperzeption durch Verdichtung, Verdunklung, Bedeutungswandel die Göttervorstellungen und schließlieh die Idee des Uebersinnlichen hervorgehen ließ. .V Die schöpferische Synthese wollte die Kausalerklärung der teleologischen Struktur des psychischen Geschehens sein; In Wirklichkeit aber verdeckt sie nur die Probleme, anstatt sie zu lösen. ,Dies wird besonders deutlich bei der Behauptung, daß die aktive n Analysen und Synthesen der Vorstellungen auf den Assoziationen und aus diesen sich auf bauen und doch von den Assoziationen sich unterscheiden durch die Aktivität der Vereinigung und Trennung dem passiv e n Vorstellungsablauf gegenüber.. Die Aktivität der Apperzeptionen soll nicht auf Verstand und Willen als eignen psychischen Kräften beruhen, vielmehr Wille und Verstand nur Allgemeinbegriffe für die komplexen Vorgänge selbst sein,: und diese Vorgänge doch gegen den bloßen Verschmelzungsprozeß der psychischen Elemente eine besondere A k t i y i t ä t entfalten.. Insbesondere sollen, die einzelnen Willensvorgänge sich letztlich aus Gefühlen und . Empfindungen . zusammensetzen und doch wieder Gefühle und Empfindungen bereits Willensvorgänge sein. Die schöpferische Synthese bedeutet lediglich die Feststellung von Resultantenbildungen im psychischen Geschehen, ohne aber;daraus ein Recht ableiten zu dürfen, die Resultanten als bereits in den Elementen wirksame Kräfte zu betrachten. Dann aber sind die Resultanten wie ihre Elemente psychische Gebilde in einem mechanischen Kausalzusammenhang, nicht aber diesem Kausal- Zusammenhang in. aktiven Apperzeptionen sich entgegenstellende Analysen und Synthesen des Willens oder des Bewußtseins, .Wird die Teleologie des seelischen Lebens auf die Verschmelzungen d£r