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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 313

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
Die Gottesbezeichnungen ha-maqom und ha-qidusch baruk hu
Date
1922-01-01
Page
Seite 313 (sequence 5)
Language
German
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313 sonders deutlich auch aus der T 0 s e f t a. In ihr kommt המקום mindestens doppelt so oft vor׳ wie in der der Mischna; dagegen finde ich הקב׳ה, abgesehen von einigen Fällen, in denen die Ueberlieferung schwankt — nur Ber. II 14, Sota II 8, IV 7, VII 4, Arachin I 10. Daß es sich bei den genannten Stellen um Einschiebungen oder Nachträge handelt, läßt sich im einzelnen kaum beweisen, da die Tosefta aus lauter mehr oder weniger bruchstückartigen Teilen zusammengesetzt ist und daher Kompositionsfugen, sonst das wichtigste Kriterium der Interpolation, in der Tosefta als solches nicht benutzt werden können. Aber das Zahlen Verhältnis allein zwischen den המקום- und den ,Tnp^Stellen in der Tosefta ist so auffallend, daß wir darin eine volle Bestätigung unserer für die Mischna gewonnenen Ergebnisse erblicken.dürfen. Weiter aber erkennen wir, daß die ה קב׳ה-Stellen, wenn sie so überhaupt richtig überliefert sein sollten, entweder erst nach der Redaktion der Tosefta in diese hineingeraten sein oder doch in dem Material, das dem Tosefta-Redaktor vorgelegen hat, erst zur spätesten schmalen Schicht gehört haben können. Da nun in der Tosefta recht häufig ,,Rabbi“ erwähnt ward und dessen Aussprüche also nicht erst zu dieser ,,letzten schmalen Schicht“ der Tosefta gerechnet werden können, so folgt daraus, daß der Ausdruck הקב׳ה in Rabbis Mischna noch keine Rolle gepielt hat und vor dem dritten Jahrhundert im tannaitischen Sprachgebrauch noch nicht vorhanden war. Hieraus nun literargeschichbliche Schlüsse auch für andere Teile des tannaitischen Schrifttums ziehen zu wollen, wäre bei unserer bisherigen geringen Kenntnis der Ueberlieferungsverhältnisse verfrüht. Soviel sei aber doch gesagt, daß auch im Sifre zu Numeri das המקום durchaus überwiegt1. In der Ausgabe von Horovitz steht es mehr als doppelt so oft im Text als הקב׳ה; dabei schreibt der Herausgeber zuweilen ד,קב׳ה> wo dies etwa nur die editio princeps bietet und sämtliche andere Textzeugen המקים haben 2. In manchen Teilen des Sifre, wie in der Sidra בהעלותך ist die Vorherrschaft des המקום noch viel ausgeprägter. Aber trotzdem hat möglicherweise hier die Stilentwick- Inng im Midrasch mit der in der Halacha zu beobachtenden nicht ganz übereingestimmt. Der palästinische Talmud hat in seinen Baraitot, soweit sie der Tosefta entsprechen, im allgemeinen ebenfalls das המקום festgehalten; Stellen dieser Art sind Ned. 36d, 47, vgl. Tos. Ned. I 1 S. 276, 1; Ned. 36d, 50 ff., vgl. Tos. Nazir IV 7 S. 289, 15; Sanh. 18b, 12, vgl. Tos. Sanh. II 2 S. 415, 7. Charakteristisch ist besonders Pea 16b, 6 ff., wo wie in der Parallele Tos. Pea I 4 המקים steht, aber in einem Zusatz zur Baraita sofort הקב׳ה eintritt. Im übrigen bietet der palästinensische Talmud das המקים nicht nur in vielen Baraitot auch außerhalb der Tosefta-Parallelen, sondern sogar auch in manchen offenbar nach tannaitischen Sätzen wie Jeb. 3b, 35 und Kidd. 61d, 25. Im bab ylonischen Talmud dagegen ist das המקום so oft gegen ein הקב׳ה oder ähnliches umgesetzt, daß man das unmöglich alles auf Rechnung der späteren Ueberlieferung setzen kann. Beibehalten wurde es besonders in kurzen Sprüchen, die sich auch ihrer Form nach dem Gedächtnis gut einprägten, so Ber. 10b אין גבהות לפני המקום, Ber. 16b המקדם ימלא לך.חסרונך, 1 Hierfür habe ich Material benutzen dürfen, das Herr Dr. II. Baneth zu einer Arbeit über den Sprachgebrauch des Sifre gesammelt hat. 2 So S. 91g. Monatsschrift, 66. Jahrgang n 21

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