Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 312

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
Die Gottesbezeichnungen ha-maqom und ha-qidusch baruk hu
Date
1922-01-01
Page
Seite 312 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829909-2829914-2831606--45082-2831697
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

312 In zwei anderen Fällen steht das ,הקב׳ד-Stück ganz am Ende eines Traktate. In Joma VIII 9 ist es mit דאומד an das Vorhergehende angeknüpft. In Uqcin steht es sogar am Ende der ganzen .Mischna; der Satz fehlt in G und ist auch dadurch bemerkenswert, daß er den Namen des als Amoräer bekannten Josua ben Levi trägt, der in Mischna und Baraita nur ganz vereinzelt erscheint. Der kleine Abschnitt in Sanh. IV 5, in dem הקב׳ה zweimal — und zwar in der volleren Formel מלך מלכי המלכ״ם הקב׳ה — vorkommt, würde ausscheiden müssen, wenn hier das דזקד־ש Ursprünglich gefehlt haben sollte. Das ist nicht unwahrscheinlich, denn G läßt es beide Male, R wenigstens das erste Mal aus; vor allem aber fehlt es iii, der Parallelstelle Tos Sanh. VIII 4 S. 427, 30 in der Erfurter und der Wiener Handschrift. Aber auch wenn הקדוש festzuhalten sein soLlte, so muß man doch Strack darin beistimmen, daß der Abschnitt ומפני שלים ד,בדיות bis בשבילי נברא העולם ein Einschub ist, der den Zusammenhang aufs störendste unterbricht1, indem er unzeitiger Weise das לפי־כך נב״־יא האדם י־תידי בעולם weiter ausführt. Auch Ned. III 11 ד׳א גדולה מילה שאלמלא היא לא ברא דקב׳ה את עולמו ist in jedem Fall ein sehr junges Stück. Ihm gehen mehrere Aussprüche verschiedener Lehrer vorher, alle in gleicher Weise mit גדולה מילה beginnend; der letzte trägt den Namen Rabbis. Nicht einmal dieser Ausspruch wird von Rabbi selbst der Mischna einverleibt. sein, geschweige denn der folgende eben ausgeschriebene Satz. Für dessen Jugend spricht vielleicht auch das דבר אחר, eine Formel, die in der Mischna selten ist und dort wohl immer eine Interpolation verrät.. In G wird übrigens der fragliche Abschnitt wie sonst nur noch ein einziger anderer als Zusatz [תוספתא] bezeichnet; in welchem Sinne und aus welchem Grunde dies geschieht, muß freilich dahingestellt bleiben. % Der Rest der ,־הקב׳דStellen — vier an der Zahl — entfällt aufjAbot. Davon findet sich die Hälfte im sechsten Kapitel, das bekanntlich erst nach der eigentlichen Mischnazeit entstanden ist. Ein drittes הקב׳ה steht am Ende des Schlußsatzes vom vierten Kapitel und ließe sich von dem Hauptteil dieses Satzes wohl leicht abtrennen; ein viertes endlich in Abot III 1 bietet für eine Athetese keinerlei Handhaben. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß der Ausdruck in diesen beiden letzten Fällen wie Sanh. IV 5 in der volleren Form מלך מלבי המלכים הקב׳ה erscheint und daß in die.ser Form seine Verwendung in der Mischna älter gewesen sein könnte, wenngleich ja Sanh. IV 5 — wie wir gesehen haben — in jedem Fall als jung wird gelten müssen. Auch mit der Möglichkeit ist zu rechnen, daß הקב׳ה erst später hinter ממה׳מ eingefügt worden ist; wenigstens das הקדוש fehlt auch Abot III 1 in der besten Ueberlieferung, und Dalman scheidet aus der von ihm reproduzierten jemenitischen [und ältesten?] Fassung des עלינו-Gebetes das הקב׳ה aus rhythmischen Gründen aus 2. Im *'ganzen zeigt sich jedenfalls ganz unzweideutig, daß die Mischna- Stellen, an denen הקבדה vorkommt, jungen Ursprungs sind. Wie sehr der Ausspruch dem älteren tannaitischen Schrifttum fremd war, sehen wir be- 1 Noch deutlicher ist das Scholion als solches Tos. Sanh. VIII 4; die Anfangsworte אךם נברא יחידי בעולם sind dort als Lemma zu verstehen. Vgl. meine jüngst erschienene Arbeit: Die Toseftaperiode in der tannaitischen Literatur, S. 34 ff. 2 Die Worte Jesu I 307.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.