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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 314

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
Die Gottesbezeichnungen ha-maqom und ha-qidusch baruk hu
Date
1922-01-01
Page
Seite 314 (sequence 6)
Language
German
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314 Sabh. 12b 1,המקום יפקרך לשלום* Außerhalb der Baraita steht המקים im: babylonischen Talmud wohl nur höchst selten; ich erwähne Sota 34b בעיני ולא בעיניי של מקום, wo es sich übrigens , um den Ausspruch eines palästinensischen A’moras, das Resch Laldsch, handelt. Wir glauben damit gezeigt zu haben, daß die Verschiedenheit der Gottesnamen für die Kritik des tannaitischen Schrifttums verwendbar ist; nunmehr sei noch mit ein paar Worten, soweit möglich, auf die Sache selbst eingegangen. Es läßt sich nicht verkennen, daß sich in diesem Wandel der Gottesnamen ein Wechsel zweier Kulturströmungen widerspiegelt. Man wird sagen dürfen, daß המקום gewissermaßen das Rudiment einer durch Vorwalten höchsten religionsphilosophischer Abstraktion gekennzeichneten Epoche ist, einer Epoche, von deren Geist wir in der Mischna sonst wenig verspüren und die uns auch aus den hellenistischen Quellen kaum greifbar wird, deren Existenz, aber in dem Entwickelungsgang der israelitisch-jüdischen Religion nichts Verwunderliches hat und uns auch etwa durch den Ausdruck der Targumim מימרא די"־ noch bezeugt wird. In ganz andere Richtung dagegen weist die Bezeichnung ,הקב׳ר« Das Wort קדוש ist im Gegensatz zu המקום gerade so unrationalistisch wie nur möglich. Es Es ist— in geschichtlicher Zeit und so lange es noch nicht völlig abgegriffen war׳ —der Exponent, wenn nicht der Mystik, so doch der religiösenBegeisterung: dieses ist es, was das Heiligkeitsgesetz des Leviticus mit den Mystikern der Gaonäerzeit2 verbindet. Um eine der Mischna zeitlich benachbarte Literatur heranzuziehen, so ist es kein Zufall, daß «־po:; als Gottesbezeichnung in der Apokalypse des Johannes häufiger vorkommt, als im ganzen übrigen Neuen Testament zusammen und daß es auch im Henochbuch nicht selten ist. Der gleiche Gebrauch des Wortes begegnet uns in den gnostischen Schriften und Zauberpapyris jener Zeit; für erstere verweise ich z. B. auf das eindrucksvolle ,,Neunmalheilig“ am Schluß des ersten Poimandres-Buches3. Auf diese flüchtigen Bemerkungen müssen wir uns beschränken. Die Ausdrücke המקום und הקב׳ה lassen uns mancherlei ahnen; sie zeigen uns. wie wenig wir von der geistigen Struktur der Mischnazeit wirklich wissen. Zu Loevinsons Terracina-Urkunde aus dem Jahre 1520 (vgl. S. 153). Der von Herrn Prof. Elbogen festgestellte Text der Unterschrift lautet אני* נתן עי מטדציץ. An ,,Anä Donato“ (nach L.) ist entschieden nicht zu denken. Es ist überhaupt ,,Ani“ und nicht ,,Anä“ zu lesen. Dem ,,Io, Donato“ entspricht אני כתן. Die Abbreviatur muß jedoch aufgelöst werden und ich würde darin Folgendes sehen: (איי נתן — י׳ נתנ - אני (נתנני entsprechend einem ״Io, Donato — Dio m’ha donato“. Man denke an יונתן Gionata, 1.Vgl, auch den liturgischen Spruch ♦..המקום ינחם■אותך, der aber vielleicht erst in einer Zeit auf kam, in der man das המקום schon als altertümlieh empfand. ' ß Vgl. Ph. Bl 0 c h, Monatsschrift 1893, S, 18 ff. und Elboge n, Der jüdische Gottesdienst, S. 380. 3 R. Reit zenstein, Poimandres, Lpz. 1904, S. 338. , ■

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