Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Gottesbezeichnungen ha-maqom und ha-qidusch baruk hu
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 3)
- Language
- German
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311 Wir wollen dabei drei Gruppen unterscheiden: der ersteren gehören alle Stellen an, in denen nur המקים überliefert ist, der letzten solche, in denen הקב׳ה ausschließlich gelesen wird, in der mittlere ^schwankt die Ueberlieferung1 2. 1. Nur המקים ist überliefert Schek. III 2, Joma VIII 9, Taan. I 7, III 8, Ned. IX 1, Sota 1.7, VIII 1, Eduj. V 6, Abot II 9, 13, III 3, 10, 14, V 4b, VI 1, Midd. V 5. 2. Teils המקים, teils הקבה: Pess. X 5 המקום CKRHPVM Vat; הקב׳ה N; Sota I 9 המקום VM: הקב׳ה NCP; Sota V 5 המקום NMCP: הקב׳ה V; Sota VIII 1 [2] מקרם NCPV: הקב׳ה M; Makk. III 16 המקום CKRNP: הקבדה AV. 3. Nur הקב׳ה: Joma VIII 9, Ned. III 11, Sanh. IV 5 (zweimal), X 6, Abot III 1, 3, IV 22, V 4a, VI 10, 11, Uqcin II 12 2. Eine Sonderstellung nehmen ein: Ber. V 1 כדי שיכיונו את לבם P, כרי שיכוונו את לבם למקום C, כדי שיכוונו את לבם לאביהם שבשמים VM® — wo die Lesart des P die richtige sein dürfte, da nur von ihr aus die Verschiedenheit der Lesarten erklärt werden kann; weiter Sanh. VI 5 אם כך אמר הכתיב מצטער אני AKCP,אם כך אמד ההב׳ה מצטער. אני N, הקנדה] מצטער M] אם כן המקים VM — wo die Lesart von AKCP als Ueberlieferung zu nehmen ist. Man ersieht aus den letzteh beiden Beispielen, daß nicht etwa nur הקב׳ה, sondern auch המקים durch Abschreiber in den Text gebracht werden konnte. Die richtige Lesung von So.ta I 9, dem zweiten Fall der mittleren Gruppe, ist also zweifelhaft. Dagegen ist es in den vier anderen Fällen klar, daß המקום gelesen werden muß. Diese vier Fälle wenigstens sind demnach mit der ersten Gruppe zusammenzunehmen. Nunmehr ist zu fragen, ob an den elf Stellen, an denen הקב׳ה ohne Variante überliefert ist, dieser Ausdruck in dem Zeitraum zwischen der Abfassung der Mischna und.der ersten Spaltung der Ueberlieferung in den Text eingedrungon ist und ein ursprünglicheres המקום verdrängt hat, oder ob die elf Stellen genügend deutliche Kennzeichen aufweisen, die uns berechtigen, sie einer jüngeren Schicht zuzuschreiben. Da erweisen sich nun sofort drei הקב׳ה-Stellen als recht späte Interpolationen. Denn in Sanh X 6 steht hinter אמר ר׳ שמעון nur in V אמר הקב׳ה, die anderen Textzeugen lassen diese Worte aus. In Abot III 6 liest nur N אין לי אלא שנים מנין שאפילו אחד שיושב ועוסק בתורה שהקב׳ה־קובע לו שכד, die anderen אחד שיושב ודורש מעלה עליו הכתוב כאילו קיים את התורה כולה* In. Abot V 4 haben nach Goldschmidts Talmudausgabe nur A und unsere gewöhnliehen- Ausgaben עשר מכות הביא דזקביא על המצריים ־במצרים ועשר על.הים, nach Strack auch die übrigen Mischna-Handschriften; es fehlt aber jedenfalls in NM. Bezeichnend ist, daß in den unmittelbar darauf folgenden Worten עשרה נסיונות נסו אבותינו את המקים במדבר das המקום anscheinend, in allen Handschritten überliefert ist. 1 Benutzt wurden die Neapler Ausgabe 1492 (N), die Mischna des bab. Talmuds (V), der Münchener Kodex in der Ausgabe von Strack (M), die Mischna des pal. T. (P), die Cambridger Ausgabe von Lowe (G) und die von Strack herausgegebenen Einzeltraktate. — K cod. Kaufmann ־, R *= cod. de Rossi Nr. 138; A ־־ cod. BeroL 568, 4°; H cod. Berol. 567 fol.; Vat cod. Vatic. Hebr. 109. 2 Für diese Liste verdanke ich Herrn Dr. Albeck einige Hinweise. 8 Das betreffende Blatt der Neapler Ausgabe fehlt in dem mir Zugangliehen Exemplar.