Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur hebräischen Sprachforschung
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 4)
- Language
- German
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Heiligtums, beziehungsweise gewogen mit dem im Heiligtum gütigen, gebräuchlichen §eqelge wicht, einen sakralen Seqel. .תלד. עיניים למרום .10 T ■T T ■ Die neuhebräische Redensart תלה עירם למרום den Blick nach oben richten will erst erklärt werden. Wie kann man den Blick nach oben hinaufhängen? Wenn auch allerdings das ursprüngliehe etymologische Sprachbild in der Zeiten Flucht verwischt worden sein mag, ja aber wie kam man dazu, überhaupt an das תלה zu denken und obendrein mit ♦ ♦ ♦ ב zu konstruieren? Ich vermute hier das hebräische Aequivalent einer mißverstandenen aramäischen Redewendung. Der Hebräer sprach ♦ ♦ ♦ נשיא עיי-ים אל, was der Aramäer mit ♦ ♦ ♦ זקף wiedergegeben hat, vgl. z. B. Gen 1310 ־ וישיא ♦ ♦י♦ את עיניו= Targ. ווקף־ .׳■. נת עינוהי. Nun dieses זקף ist fälschlich durch תלה ersetzt, welches ja auch in der Regel tatsächlich, nur natürlich in einem ganz anderen Sinne, dem יתלה hängen, entspricht. תלה עילם למרום gleicht demnach, infolge einer mißverständlichen Volksetymologie, dem נשא[ןקף]עיניו למרום. 11♦ן!ב♦ . Deut 25 18 ו יון ב בף כל־־ד,נחשלים oder Jos 1019 רדפו אחרי איביכם וונבתם אתם macht die Erklärung von: den Schweif, das Ende, die Nachhut abschneiden von vornherein unmöglich. Denominativa dürfen aber auch sonst nicht rein etymologisch erklärt werden. Der lebendige Sprachgebrauch hat seine Launen und seine Geschichte. Allein hier wird die Auffassung, als ob es Josua lediglich um die Nachhut der Feinde zu tun gewesen wäre, schon dadurch hinfällig, daß es in Fortsetzung des oben Angeführten ausdrücklich heißt.אל תתנום לבוא אל עריך, ם כי נתנם ה׳ אלך,יכם בידכם. offenbar liegt es Josua daran, die ganzen Feinde zu vernichten und nicht blos die Marodeure oder die Rückendeckung abzufassen. In Wirklichkeit muß hier die Bedeutung von: etwas vom Stamm, ich meine vom Rückhalt abschneiden, entfernen, vorausgesetzt werden. Hier schwebt nicht das Bild , des Pferdeschweifes im Vergleich zum ganzen Tierleib vor. Vielmehr ist ו|ם nach dem im Neuhebräischeii belegten Gebrauch im Weingartenbau zu erklären, woselbst es ganze Traubenkämme abschneiden bedeutet, anscheinend mehr, gründlicher als ומר> welches es ebenfalls vertreten mag. Vgl. Bereschith rabba Kap. 42, wo ן|ב ebensogut durch םלת abschneiden ersetzt werden könnte. הראשון מ ק ט ף בעוללות והשני״ מזנב באשכולות והשלישי מעקר בגפנים sowie Misna Sebiith iv, 6 המזנב בגפנים ו יה ק ו צ ץ קגים... קוצץ כדרכו בקרדום. או במגל ובמגירה.