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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 309

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
Zur hebräischen Sprachforschung
Date
1922-01-01
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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309 Das Bild ist klar. Der Traübenkamm, der hinausragt, wird gefaßt und koupiert. Ebenso die Truppen, natürlich die ganzen Truppen, die quasi aus den Städten hinausragen, über dieselben hinwegragen, sollen gefaßt und gewissermaßen vom Stamm, von der Stadt, nach der sie zurückstreben und mit welcher sie sozusagen Zusammenhängen, — abgeschnitten werden. Nach der Misna Sebiith IV, 6 wäre man fast geneigt ן3ב dem קצץ gleichzusetzen und einfach durch schneiden, hauen, ab — zu übersetzen, vgl. den Wandel von 1עקר entwurzeln Qohel 32 bis zu: die Sehnen der Hinterfüße zerschneiden עקר, auch zerstören (Städte) ועקרו*[ תעקל Zeph 24. Die Gotteshezeicimimgen המקום und הקדוש ברוך הוא in der frühtalmudischen Literatur. Von Dr. A. Sp ani er in Berlin. Die rabbinische Literatur zeigt, wie nicht weiter verwunderlich, eine große Mannigfaltigkeit der Bezeichnungen für Gott. Es gilt das besonders für den späteren Midrasch, in gewissem Sinne aber doch auch schon für die Mischna und die nicht-midraschische Baraita — trotz des nüchternen Charakters, der diesen Schriften im allgemeinen anhaftet und ihrem Wesen nach anhaften muß. Nun ist es eine in der Sprachgeschichte immer wieder zu beobachtende Erscheinung, daß verschiedene Worte für ein und־ dieselbe Sache, die, etwa aus verschiedenen Sphären kommend, in einen Kulturkreis einmünden, alsbald das Bestreben zeigen,- sich ihrer Bedeutung oder ihrem Gebrauch nach zu differenzieren: es stellt sich für mindestens einen von zwei zunächst gleichwertigen Ausdrücken eine Nebenbedeutung ein, oder er wird nur für einen bestimmten Stil öder auch nur für bestimmte syntaktische Verbindungen verwendbar. Zeigt sich dieser Zustand für einen Literatur kreis bei zwei Synonymen noch nicht, so können wir geradezu schließen, daß wenigstens eines von ihnen jung ist oder doch gerade eben erst in diesen Literaturkreis Aufnahme gefunden hat. Die meisten der tannaitischen Ausdrücke für Gott erfüllen nun wirklich die Erwartung, mit der wir auf Grund des eben Gesagten an sie herantreten. So konnte שכינה nur die göttliche Herrlichkeit bezeichnen, soweit man sie als kommend, gegenwärtig oder entschwindend empfand1. אבינו שבשמים ist der Ausdruck der gehobenen, feierlichen und eindringlichen Rede, mag diese nun an Gott selbst oder an die fromme Gemeinde gerichtet sein. Der Gottesname שמים war in seiner Anwendbarkeit syntaktisch gebunden, insofern als es nicht üblich war, dies שמים als Subjekt oder Objekt eines Satzes zu gebrauchen 2. 1 E. Landau, Die dem Raum entnommenen Synonyma für Gott in der neuhebr. Literatur, Zürich 1888, S. 47. 2 Ohne Ausnahme trifft dies auf die von S c h ü r e r — Jahrb. f. prot. Theol. Jahrg. 1876, S. 173 ff. — gesammelten Stellen aus der Mischna zu: ebenso auf die durch E. Landau S. 15 ff. besonders aus Mischna und Talmud

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