Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Purim-Komödie Mekirot Josef
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 3)
- Language
- German
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- Minsk 1× ep/1000754
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296 parates zur Darstellung gebracht wurde. Das Stück steht schon auf der Stufe zum Gesangstück oder z u r O p e r. So wurde die an sich wertlose Dichtung, die im Grunde nichts' weiter ist als eine endlos lange — und langweilige — dialogisierte Bearbeitung der Josephnovelle Gen 37 ff. und zwar nach ihrer haggadischen Ausschmückung im פ!£ד הגשד (vgl. ZnnzGV21892, 165) mit eingelegten Liedern und Späßen, für Juden und Christen zur Sensation des Frankfurter Theaters. Schon damals haben strengreligiöse Glieder der Gemeinde, wie Schudt andeutet, an dem an sich harmlosen Josephspiel, das doch durch seinen stark sentimentalen Zug, seine anständige Haltung und die gehobene, fast gesuchte Spräche turmhoch über den andern jüdisch-deutschen Fastnachtsspielen stand, Anstoß genommen, denn ,,Gottes Wort solle man mit Furcht in Ehren halten“! Trotzdem muß es in der Folgezeit in lebendiger Erinnerung geblieben. sein, denn, wie Stein- Schneider aus einer Notiz in Ha־maggid (I Nr. 12 S. 48) entnommen hat, wurde es noch i. J. 1858 in Minsk aufgeführt. Die Frage, ob das Spiel eine Vorgeschichte in der Entwicklung der geistlichen Schauspiele auf deutschem Boden gehabt hat, bedarf noch eingehender Untersuchung im Hinblick auf die Tatsachen, daß es schon im 13. Jahrhundert eine lateinische comoedia de Josepho vendito et exaltato gegeben hat, die die jüngeren Mönche von Heresburg i. J. 1265 aufgeführt haben (vgl. Leibnitii Script. Brunsvic. illust. T. II, p. 311, zitiert von A. H. Hoffmann, Fundgruben f. Geschichte deutscher Sprache und Literatur 1837, II, 242; bisher ist nur der Titel bekannt), und daß im 16. und 17. Jahrhundert in Deutschland eine große Zahl dramatischer Bearbeitungen der Josephnovelle erschienen ist, vgl. A. v. Weilen, Der ägyptische Joseph im Drama des 16. Jahrhunderts. Wien 1887. Wir können dieser Frage in diesem Zusammenhänge nicht weiter nachgehen. Zur Purim-Parodie vgl. noch Flögel-Ebeling, Geschichte des Grotesk-Komischen 4 1887. Das Stück beginnt mit dem üblichen Prolog, der für seine lehrhafte Tendenz bezeichnend ist: ir hern lib haber dieser historie, ist zwor zu besorgen als sie mechtea gedenken, von wegen gelt / ist dises worden in di truk gestelt / sondren si wern mich ver ekskusiren / ist geschehen, ein jeder große and acht sol draus judiziren / erstlich is zu sehen, was ver ein dinst als di eitern tun an geben / sol־ man gehorsam *noch leben / den יוסף hot wol gewußt als seine brider im mit ganzem herzen haßen / un’ hot sich doch auf di reis tun machen / auch ist draus zu spiren / als keiner kein kind sol hecher als sein andre kinder estimiren / den von wegen zwei 10t klor seiden / haben.unsre eitern müßen in Bgipten großen schmerzen leiden / zwor es ist bekant / als si do durch haben