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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 270

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
Die Lehre vom Heiligen Geist im Judentum und in den Evangelien
Date
1922-01-01
Page
Seite 270 (sequence 3)
Language
German
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'י'י: 270 von bösen Geistern gebraucht wird (s. Levy s. v.), so läßt sich denken, welchen Erfolg ein Missionar haftender in einer Versammlung von Juden den heiligen Geist als ללחא bezeichnete V In Griechenland dagegen ist die Verwendung von Wind im angegebenen, bildlichen Sinne in hellenistischer Zeit durchaus surückgetrcten1 2; mit dem Pneuma ohne nähere Bezeichnung, dem Allpneuma also, haben die Stoiker, namentlich auch Poseidonios, die Gottheit identifiziert3; man begreift danach, was Philon meint, wenn er Gewicht darauf legt, daß von Moses nicht ״sein Pneuma“, sondern ״das Pneuma“ auf die Aeltesten übergegangen sei4. 2. Wesen, geistige Wirkung. Auf die Substanz der Ritach wird im Hebräischen nicht reflektiert. Die Bilder, in denen man von ihrer Uehertragung redet, legen manchmal, die Vorstellung eines Dämons oder Geistes, manchmal die eines Fluidums nahe5, woraus natürlieh nicht hervorgeht, wieweit der Glaube mit diesen Vorstellungen vollen Ernst gemacht hat. Das Interesse am ״Heiligen Geist“ haftet durchaus an seinen Wirkungen, nicht an seiner Substanz. Dagegen wird in Griechenland die Frage nach dem Stoff des Pneuma gestellt und beantwortet. Das volkstümliche Denken nennt das auf die Pythia wirkende Pneuma ״dünn und feurig“ 6, während der stoische Pneumabegriff ״Feuer, Luft, Wärme, Seelisches zusammenfaßt“7. Die Wirkungen dieses Geiststoffes sind nach dem hellenistisehen Volksglauben wesentlich irrationaler, extatischer Art. Während I Sa 1920 ff• zwar die Verzückung, aber nicht der Inhalt der von den Verzückten ausgestoßenen Rufe als gott- 1 Dalman, Die Worte Jesu 166, 1. Doch vgl. das,S. 175,6 über die Apokryplien Gesagte. 2 L. I 38 bemerkt, daß LXX דוח Jer 513, Koh 515 mit avsp;, nicht .־■mit]; ™sttya wiedergibt. . * 3 Es beruht auf doppelter Verkennung der Tatsachen, wenn Couard, Anschauungen der Apokryphen 26, meint, das Judentum sei nicht zur Erfassung der rein geistigen Persönlichkeit Gottes durchgedrungen und die Erkenntnis Tcveu^a 6 Ssoc (Joh. 424) sei dem Christentum Vorbehalten geblieben. Gegen die erste Behauptung ist auf die rabbinisclie Auffassung von Gen 120 f. zu verweisen, zur zweiten auf meinen Nachweis, daß Philon die Gottheit deshalb nicht Pneuma nennt, weil Tcv£U|xa. materiell gedacht wird : MGWJ 64, 116. 4 L. I 23. 5 V 01 z versucht in der angeführten Schrift diese Vorstellungen für die ältere Zeit zu scheiden, gibt aber zu, daß sie in rabbinischer Zeit durcheinanderfließen. ׳ 6 Reinhardt, Poseidonios 143 Mitte; L. 77. 7 Hans Meyer, Lehre von den Keimkräften 11; Leisegang I 42; über Zusammenhang mit Feuer auch I 236.

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