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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 208

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Kartenspiel und Spielkarten im jüdischen Schrifttume
Date
1922-01-01
Page
Seite 208 (sequence 6)
Language
German
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Aber auch der Verfasser des Schewet mussar, eines Sittenbucbes, Elia ha-Cohen aus Äsmeria tadelt jedes Spiel am Feiertag und schreibt (§ 42): ״ . . . aber es ist ein noch größeres Uebel, daß am Sabbat und an Festtagen, die doch Israel nur zur Beschäftigung mit der Tora und zür Heiligung gegeben sind, manche Leute Mincha abgekürzt beten und dann vor ihren Häusern oder in den Torgängen ihrer Höfe sitzen, spielen oder Allotria treiben und jeden, der vorrüber geht, glossieren . . Ganz besonders erwähnenswert ist eine Stelle, die R. Ascher ben Jechiel, ein Schüler des R. Meir von Rothenburg, in seinem Testamente für seine Kinder (1327) niedergeschrieben hat. Das Testament ist gedruckt und bekannt unter dem Titel ״Orchot chajim“. Dort heißt es (§ 23, 24): ״Lasse dich nicht schnell in einen Streit ein, halte dich fern von Schwüren und Gelübden und bleibe fern dem Spiel e,“ Diese Zusammenstellung läßt tief blicken. Auch die Dichter ließen es nicht an Ermahnungen fehlen und warnten vor den Folgen des Spielteufels. Der schon genannte Satiriker Kalonymus ben Kalonymus schreibt gegen das Spiel und schließt mit den Worten1: ״Das Geld in dem Beutel freut den einen, Doch schweren Verlust muß der andere beweinen, Wie Saul gelingt’s diesem, das Glück; zu erhaschen, Doch jener hat Pfennige nur in den Taschen. — Es kühlen sich manche im Zorne den Mut, Zerreißen die Kleider in greulicher Wut, Am Ende entströmt den Verwundeten Blut.“ Josef ibn Kaspi (1332 in Südfrankreich), schrieb seinem in Taraskon wohnenden Sohne eine Art Sittenbuch, Sefer ha-mussar, in dem er seinen Sohn in folgender Weise vor dem Spiel warnt: ״Das Würfelspiel und was ihm * gleichet, meide, Versenk’ es wie den Götzen in ׳den Bruch; Den Tisch, an dem die Spieler sitzen, fliehe, Dem Spiele zuzuschauen, nie versuch* l Er führet seine Freunde ins Verderben Und raubet ihnen Kleid und Tuch. Es nennt sich Spiel, doch hat es ernste Folgen, Den bittern Tränenstrom, den schweren Fluch!״ Auch Menaehem di Lonzano wendet sich in seinem Werke;,Sch’te Jadot“ gegen das Kartenspiel, das er ״שחק נירי״ nennt, ein Ausdruck, def insofern interessant ist, als er das Papier als das Material, aus dem die Spielkarten gefertigt sind, nennt. Dieser Lonzano zitiert oder besser gesagt, druckt sowohl in dem genannten Werke ״Sch’te Jadot“ sowie in einem Werke Derech chajim ״Weg 1 Nach Löw, Lebensalter, S. 335.

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