Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mose am Dornbusch
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829909-2829913-2831467--44926-2831533- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
199 ׳ •־'• ■ ■;־ז.; daß wir endlich nicht erfahren, zu welchem Endzweck Israel in dieses Land gebracht werden soll. Da dies Vorstellungen sind, die keinem" Erzähler, er habe J, E oder P geheißen, fremd sein konnten, so gehörte Kunst dazu (es ist die oft geübte Kunst der Dichotomie) sie c. 3f. zu unterdrücken. Dies ist nur verständlich, wenn der Eine Erzähler sie sich für c. 6, an das er bereits dachte, auf hob. Dort in der letzten Gottesrede, bevor zum Werke geschritten wird, kommt denn zum vollen Ausdruck: der Bund mit den Erzvätern — das Land (nicht als ein gutes, und geräumiges, als Land, das von Milch und Honig fließt, als Land der Kanaaniter, sondern) als das Abraham, Isaak und Jakob feierlich zugeschworene, als das Land ihres Fremdenaufenthaltes, das aber, da Gottes Verheißung schon so gut wie Einhändigung ist (נתן), in der Theorie schon ihnen gehörte und für die Nachkommen ein Erbe ist. Gerade daß, was immer wieder betont wird, die Väter in diesem Lande nur Fremde waren, macht den Besitz so beglückend. Denn das ist der sehnsüchtige Wunsch־ des Fremden, auch einmal eine solche Heimat zu haben. — Endlich der letzte Zweck der Befreiung: ihr sollt mein Volk und ich will euer Gott sein. Man beachte schließlich noch die Ausdrücke für die Not und Knechtschaft der Israeliten an beiden Stellen. Gerade die charakteristischen עבד und סבלות sind c. 3 vermieden. Weil wir sie genugsam c. 1. 2 gehört haben und sie für das Pathos des göttliehen Mitleides zu sachlich und zu schwach sind;, dafür treten stärkere ein: לחצים, לחץ, נוגשיו, מכאוביו, עני. Hingegen c. 6, wo die Rechtsberufung im Vordergründe steht, jene sachlichen, technischen מתחת סבלות מצרים, מעבידם אתו. Dafür sind hier, wo zur Tat geschritten werden soll, die Verba emphatischer und erheben sich zu rhythmischem Schwünge in poetischem Parallelismus als eine antezipierte Th’hiiia: והוצאתי — והצלתי — וגאלתי בזרוע נטויה ובשבטים גדולים — ולקחתי, wie denn Gebet und Verheißung nur ein mit leichter Aenderung des Subjekts und des Tempus vorweggenommener Lobpreis sind. Wir spüren schon den Atem der unmittelbar bevorstehenden großen Ereignisse. Dem entspricht auch das hochemphatische נשבעתי אשר נשאתי את ידי und das poetische מורשה (nur noch Dt 334). Die Verteilung der Motive auf c. 3 und 6 ist aber die Ausführung von c. 224ff.: ותעל שועתם — וישסע א׳ — וירא א׳ וידע אלהים ראה 641 ראיתי — שמעתי — כי ידעתי — באה צעקתם — וארד להצילו ויוכר את בריתו הקימותי אה בריתי — ואובר את בריתי. — — Nach alledem ist Ex 62. 3 zu übersetzen: Da redete Elohim zu Mose und sprach zu ihm :Ich bin Ihvh! Dem Abraham, dem Isaak und dem Jakob erschien ich nur