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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 193

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 193 (sequence 14)
Language
German
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193 י■ er ihnen noch nichts iind ihre Nachkommen schmachten in Aegypten statt Kanaan zu besitzen. Er hat mit ihnen einen Bund geschlossen, aber ihn nicht ausgeführt. 1 Daß El Schaddaj keine Ihvh entgegengesetzte göttliche Person ist, ist selbstverständlich. Sagt Gott doch in Einem Atem: Ich bin Ihvh, ich erschien als El Schaddaj. Wir müssen uns aber davor hüten, darin auch nur einen anderen Namen Gottes zu sehen. Wie 'אני יי nicht bedeutet: ich heiße Ihvh, so auch אני א״ש nicht: ich heiße El Schaddaj. Sondern es will besagen: du, der du jetzt diese Erscheinung hast, fürchte dich nicht vor ihr. Diese Erscheinung kommt dir von dem höchsten und wahren Gott, von ihm dazu ermächtigt. Es bezeichnet nur eine Offenbarungsform Gott, der erscheint (um den Bund zu verheißen). Es ist, ebenso wie öfter E 1 o h i m , eine in Vollmacht auftretende Gesandtschaft, Vertretung und Erscheinung Ihvhs. Einen Gottesnamen׳ El Schaddaj gibt es nicht. Darum kann auch darauf nicht ein אלהי׳ פ׳ oder ein Relativsatz mit einem Perf. folgen. El Schaddaj hat keine Vergangenheit. Er ist nicht ein Gott der Väter, der sich an ihnen bewährt hätte. Ist es also nicht vollkommen zutreffend, wenn Gott jetzt zu Mose sagt: ich erschien dem Abraham, Isaak und Jakob nur erst als El Schaddaj? : Daher gibt es auch nur von dem שם Ihvh zu sagen und zu rühmen, nicht von einem El Schaddaj. Das Wort El ist uns bereits auffällig oft in der Th'hilla Ihvhs begegnet: Wo gibt es einen El wie ihn? Keiner ist ein El wie er! Wer ist unter den Elim wie er! Er allein ist ein großer mächtiger, erhabener El! Als El wird er im Gebet angerufen. Diese Anwendung erklärt sich aus dem Wesen und der Entstehung der Th’hilla. Wir sahen, daß der Lobpreis Gottes dem eines Menschen gleichgebildet ist. Wie in diesem der Träger איש ist, so in jenem אל. Demnach steht nach dem Sprachgefühl des Hebräers, das für uns am maßgebendsten ist, El im Gegensatz zu Mann und Mensch, dem wegen seiner Leiblichkeit Sterblichen, Schwachen, Unzuverlässigen, Unheiligen, wie dies auch nicht selten ausdrücklich ausgesprochen wird z. B. Nu 2319: denn nicht ein Mann ist El, daß er täusche und ein Menschensohn (בן אדם), daß ihn gereue. Hos 119 denn El bin ich und nicht ein Mann. Jes 313 Aegypten ist Mensch und nicht El (und seine Rosse Fleisch und nicht Geist). Ez 282. 9 du sprachst ich bin ein El, aber du bist Mensch und nicht El. Hiob 92, 254 wie will der Mensch אנוש) י) recht haben gegen El? El ist also recht eigentlich das Wort für Gott im Gegensatz zum Menschen.

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