Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mose am Dornbusch
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 11)
- Language
- German
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190 von einem König. Es. ist nicht Anthropo-, sondern genauer Basileömorphismus. Und zwar steht dahinter die Anschauung vom ägyptischen Königtum; Aber gerade ihm, das sich in seiner Verblendung und Verstocktheit für göttlich und unumschränkt hält, soll gezeigt werden, wer der wahre König ist (15!. 18)• Die Quellenscheidung, der dies alles viel zu umständlich und weitläufig ist und die es aus allen möglichen Quellen (z. B. Baentsch c. 3—6־ E, P, Ps, R, Rje, Rd, Rp) zusammengetragen sein läßt, bedenkt nicht, daß es die Darstellung des größten Ereignisses galt, von dem die israelitische Erinnerung wußte und sich von Geschlecht zu Geschlecht erzählte. Die Anstellung jedes Beamten bei uns erfordert zehn Mal mehr Formalitäten. So wenig אני פרעה bedeutet: ,,ich heiße Pharao“, so wenig '״ אני ייich heiße Ihvh“. Der Satz hätte vielmehr gar keinen Sinn und kein Gewicht, wenn Mose das nicht längst wüßte. Es ist ferner die natürliche Fortsetzung des Vorhergehenden. Mose beklagt sich über die Wirkungslosigkeit der Berufung auf Ihvh und seinen Namen.' Die Ueberreichung des Akkreditivs und Vorzeigung des göttlichen Siegels ('בשם יי) haben auf Pharao keinen Eindruck gemacht, da er den Souverän des Mose nicht zu kennen vorgibt und nichts nach ihm fragt. Da erhebt sich Gott, dem Mose solches berichtet, in seiner Majestät: so sollst du sehen, was ich Pharao tun werde, das ihn Unweigerlich zur Entlassung des Volkes bringen wird. Ich bin Ihvh! Hierin müssen nach unserem Zusammenhang zwei Momente liegen: Ich bin der Allmächtige, ich kann was ich will! und: ich bin der s i c h selbst Getreue, habe ich esbeschlossen und verheißen, so wird es geschehen! Vgl. z. B. 1212*. und an allen Göttern Aegyptens werde ich Strafgerichte vollziehen 'אני יי mit Nu 334 Man vergleiche z. B. die Reden zwischen Joseph und seinen Brüdern, Joseph, Jakob und Pharao. Joseph fragt nicht, wie die beiden, wie der Vater, wie der Jüngste heißt, ebensowenig Pharao. Der Erzähler will eben alles Interesse auf die spannende Handlung konzentrieren. Hier wären Namen er״ nüchternde Pedanterie. Daher ist es z. B. sehr fein, daß es Gen 223. 6. מ יצחק בנו heißt, . aber v. 11 im Augenblick .höchster Spannung nur לשחופז את בנו! ähnlich 410ff. Daß die Genealogie v. 6lsff. mit Rüben, Simon anfängt, dient der Absicht, zu zeigen, daß wie Mose nicht der älteste Sohn Amrams und Kehat nicht Levis, dieser nicht der älteste Stamm war. בשד. ואהי־ן ist nicht die Geburtsfolge, sondern הוא אהרן ומשה. Das ist nicht ,,eine der kleinen Finessen der Schule P“, sondern ein höchst erbaulicher Gedanke: die Obmacht des Geistes über das Naturgesetz. Der Erstgeborene yon Natur ist noch nicht erstgeboren vor Gott. Nicht Kain, sondern Abel und Set, nicht Jäphet sondern Sem, nicht Ismael sondern Isak, nicht Es au sondern Jakob, nicht Rüben, Simon sondern Levi, Juda, Joseph, nicht Manasse sondern Ephraim, nicht Ahron sondern Mose, nicht Eliab sondern David. :