Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mose am Dornbusch
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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185 *ויאמר אליו ש0י יי. Denn da es sich um die erstmalige Mitteilung eines bisher unbekannten Namens handeln soll, so ist das Wort שם nicht zu entbehren. Wollte aber die Kritik die Worte אני יי׳ streichen, so hülfe ihr auch das nichts. Denn da es auf einen Gegensatz von Namen ankommen soll, so hätte es doch im Folgenden heißen müssen: וארא אל אברהם וג, כשם אל שדי. Grade in.der ersten Hälfte war בשם nicht zu umgehen. Es aus שמי der zweiten zu ergänzen, ist nicht statthaft. Umgekehrt wäre leichter aus einem בשם in a ein שם für b zu entnehmen gewesen. Aber auch wenn die Kritik etwa בשם אל שדי korrigieren wollte, so nützt ihr der Satz doch nichts für ihre Zwecke. Denn da P an dieser Stelle Elohim verabschieden soll, so braucht sie ein בשם אלהים, aber gerade von diesem ist hier gar keine Rede. Ja, recht besehen, hat man, mit Hilfe eines nur viermaligen Vorkommens, die ganze El Schaddaj- Stufe nur konstruiert, weil hier leider El Schaddaj steht. Endlich ist die Wahl des Niphal נודעתי unerfindlich. Um den Sinn auszudrücken: ,,ich habe mitgeteilt“ war das Hiphil הודעתי zu wählen, denn an ein anderes Subjekt als Gott ist nicht zu denken, wenn der Satz nicht aktivisch zu formen war: ושמי י׳ לא ידעו . Aber auch הודעתי hätte nicht getaugt; sondern, wo es sich um die Aussage und Angabe von etwas Neuem handelt, allein הגדתי, wie Gen 3230 הגידה נא שמך, Ri 136 ואת שמו לא הגיד לי. Wenn — dies allein schon vermag die ganze Auslegung umzuwerfen — לא נודעתי hieße: ich habe nicht mitgeteilt, ich bin lexikalisch nicht gewußt worden, dann war im ersten Gliede ein Synonym, also gleichfalls ein verbum dicendi zu erwarten, nicht aber וארא. Nach alledem kann an unserer Stelle unter keinen Umständen von einer erstmaligen Bekanntmachung des Namens Ihvh die Rede sein, und damit fällt ihre Verwertung als locus classicus für die Quellenscheidung des Pentateuchs dahin. . Die richtige Interpretation ist wiederum nur durch Beachtung des Zusammenhanges, den die Kritik, nur an diesem einen Verse klebend, gänzlich außer acht gelassen, aber freilich durch ihre Quellen- Scheidung aufgehoben hat, zu gewinnen. Da ist nun sogleich von entscheidender Wichtigkeit der Anfang: Und Elohim redete zu Mose. Diese Einleitung fanden wir nur in der Unterredung am Dornbusch 314.15 vor der Erläuterung des Namens Ihvh. Von da ab ist es niemals mehr Elohim, sondern durch die ganze Thora Ihvh, der zu Mose redet oder spricht (auch wenn wie Lev 182 darauf folgt: ich bin Ihvh). Unsere Stelle ist die einzige Monatsschrift, 66. Jahrgang. 13