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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 184

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 184 (sequence 5)
Language
German
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184 dem hier ausgesprochenen ins Gesicht schlugen! Wie oft hatte er ferner gelesen, daß die Patriarchen Altäre bauten und anriefen: 1בשמ יי! Die Auskunft, daß alle diese Stellen von einem andern Verfasser seien, ist für jenen Leser nicht brauchbar. Denn für ihn war die Thora ein einheitliches Buch ohne Bezeichnung der verschiedenen Quellenschriften, sodaß er sich keinen Rat wußte, ־wenn er bei Ex 63 ankam. Dabei setzt sich die Kritik mit sich selber in Widersprach. Denn für die erste Hälfte des Satzes, nämlich die Offenbarung als 'El Schaddaj beruft sie sich (wenn auchmit wenig Glück) auf unseren jetzigen Textbestand, während sie ihn für die zweite Hälfte, daß Gott noch nicht Ihvh genannt worden sei, leugnet. Dieselbe Kritik, die sonst Mücken seigt, verschluckt hier einen ganzen Eiephanten, wischt sich den Mund und sagt: es war nichts! Wenn der Redaktor irgendwie diesen Namen verdienen wollte, dann hatte er nichts Dringenderes zu tun, als überall in der Genesis, wo Gott mit Menschen verkehrt, den Namen Ihvh in Elohim oder El Schaddaj zu ändern. Dies mußte ihm um so dringlicher erscheinen und um so leichter fallen, als ja nicht bloß P sondern auch E (bis Ex 3) den Namen gemieden haben soll, also eigentlich nur der Querköpf J übrigblieb, den er doch sonst keineswegs als ein noli me-tangere behandelt. Daß der Redaktor, wenn er derartiges wollte, es auch ausführen konnte, hat er an einem Beispiel bewiesen, auf das nicht kräftig genug hingewiesen werden kann, gegen das aber die Kritik noch niemals Farbe bekannt hat. Gen. 17 erklärt Gott, daß Abram und Sarai von jetzt ab Abraham und Sara heißen sollen, und von diesem Augenblick an kommen die ersten Namen nicht ein einziges Mal wieder vor, ebenso wie der Redaktor sich vorher nicht ein einziges Mal die neuen Namen entschlüpfen läßt. Um wie vieles wichtiger aber mußte die Namensänderung Gottes erscheinen! Wie kommt weiter der Verfasser dazu, an dieser Stelle plötzlich einen neuen Namen Gottes einzuführen? Nichts hat darauf vorbereitet. Wenn dies, z. B. eine etwaige Frage Moses, von dem Redaktor unterdrückt sein sollte, so -müßte, wenn wirklich gesagt werden sollte: ,,von jetzt ab soll mein Name Ihvh und nicht mehr El Schaddaj sein“ die sprachliche Fassung eine ganz andere sein. Etwa so: הנה לא ידעת עד כה את שמי וגם אל אברהם אל יצחק ואל יעקב לא נודעתי כי אם בשם אל שדי ועתה הנני מודיעך בי לא אל שדי יקרא עוד שמי בי אם יהוד! יהיה שמי. Solche Worte (das נודצתי. zunächst zugestanden) hätten das von der Kritik Gewünschte besagt. War der Redaktor aber nicht einmal zur Konzeption eines solchen Satzes fähig, dann hätte er allermindestens sagen müssen:

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