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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 183

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 183 (sequence 4)
Language
German
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183 berechtigen: El Schaädaj und Ihvh. Von einer Stufe Elohim ist in ihr überhaupt nicht die Rede. Sie ist vollkommen aus der Luft gegriffen, weil eben die Kritik drei Stufen und vor allem die Anwendung des Namens Elohim braucht. Soll aber der Verfasser an dieser Stelle nur den Gegensatz der mosaischen Zeit zur Patriarchenzeit betonen, woher weiß man dann, wie er über den Gott der Urzeit gedacht und wie er ihn genannt hat? Wo sagt er: bis jetzt hat Gott Elohim geheißen, von jetzt an soll er El Schaddaj heißen? Unterstellen wir ferner als wahr, daß El Schaddaj bedeute: ,,Gott der Allmächtige“, dann war es gerade für die Patriarchenzeit nicht der geeignete Gottesname. Denn wo zeigt sich Gott in den Erlebnissen der Erzväter als ״der Gott, der über alles Gewalt hat und durch Machttaten diese seine Gewalt über alles erweist“? Umgekehrt wäre dieser Name für die Urzeit mit Schöpfung und Sintflut passender gewesen. Gesetzt ferner, es sei wahr, daß der hier redende P nicht wolle, daß eine vormosaische Person schon den Namen Ihvh kenne und darum niemanden diesen Namen in den Mund nehmen lasse, so begreift man nicht, warum er selbst, wo er von Gott erzählt, ihn nicht Ihvh nenne, da er selbst diesen Namen doch kennt, ja es sein Haupt־ und Lieblingsname ist. Er hätte ihn für seine Person sogar recht mit Fleiß gebrauchen müssen, da gerade nach ihm •Ihvh der Handelnde ist. Wenn er auch den auftretenden Personen noch unbekannt bleiben soll, so muß ihn doch der Leser kennen, wofern er die Geschichte überhaupt verstehen soll. Leser und Zuschauer müssen wissen, wer der Unbekannte hinter der Maske ist, wenn es schon die Mitspieler nichtwissen dürfen. So wissen z. B. die Brüder in Aegypten nicht, welches der wahre Name des Mannes ist, mit dem sie sprechen, bis er sich ihnen zu erkennen gibt. Aber der Erzähler nennt ihn unbefangen nie anders als Joseph. Vor allem aber schafft die Kritik mit ihrer Auffassung unserer Stelle eine Schwierigkeit, über die keine Kunst der Auslegung hinweghilft: wie war es möglich, daß der Redaktor oder der erste Leser des nunmehr zusammengesetzten Pentateuchs diese Stelle passierte, ohne sofort über den handgreiflichen Widerspruch stutzig zu werden, daß ja der Name Ihvh, der angeblich hier zum ersten Male einem Menschen offenbart wird, bereits vorher in der Geschichte der Erzväter ungezählte Male vorkam und Gott ihn ausdrücklich mehrere Male gegenüber denselben Personen, die den Namen noch nicht kennen sollten, von sich selber aussagt? Wie reimte er mit dieser Behauptung, daß Gott sich bisher noch niemals Ihvh genannt habe, Stellen wie Gen 157 (Abram) 2813 ,ויאמר אליו אני יי׳ וג׳ (Jakob)ויאמר אני יי׳ וג׳? Sätze, weiche

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