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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 182

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 182 (sequence 3)
Language
German
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in der Genesis niemals mit Elohim angeredet wird. Daß sie selber sich niemals אני אלהים nennt, gibt Dillmann selbst zu, wenn auch sein ״aber“ nur die Verlegenheit anzeigt und es im Uebxigen eine überflüssige Feststellung ist. Denn da Elohim gar kein Eigenname ist, so hätte dies geheißen: ״ich bin (ein) Elohim,“ d. h. kein Mensch, was nur dann Sinn gehabt hätte, wenn die Gotteserscheinung in Menschengestalt aufgetreten wäre. Aber dies ist von Adam bis Abraham nie der Fall. Auf der andern Seite ist es nicht zutreffend, daß Gott diesen Geschlechtern nie erschienen sei. Er spricht zu Adam und Noah. Wie anders kann dies gedacht werden, als daß er ihnen in irgend einer Form oder Gestalt erschienen sei? Die Menschen nennen die Gottheit niemals Elohim,’ sie selber nennt sich gleichfalls nicht so, wie hat sie denn also geheißen? Die geschichtliche Entwicklung ist hierbei geradezu auf den Kopf gestellt. Sie endet nämlich nach mehr als tausend Jahren damit, daß der bisherige Eigenname יהוה durch die allgemeine Bezeichnung אלהים oder אדני ersetzt und damit die Anerkennung des absoluten Monotheismus endgültig besiegelt wird. Erst dann wird für ein Wesen der Eigenname überflüssig, wenn es auch der Art nach als einzig anerkannt ist. Dann kann der Artname der Eigenname werden. Wenn es äingsum keinen andern Gott und Herrn mehr gibt, dann kann Ihvh rchlechthin ,,Gott“ oder ״der Heri“ heißen. Hiernach hätte also die slteste Menschheit den vollkommensten Monotheismus gehabt, was gewiß nicht im Sinne der Kritik ist. Ebenso unhaltbar ist die Aufstellung, daß der Gottesname der Patriarchenzeit El Schaddaj gewesen sei. Dann hätte er nach den Grundsätzen, die man dem Verfasser zuschreibt, auch in der Er״ zählung herrschen sollen. Einem beständigen ויאמר אלהים von Adam bis Abraham hätte beständiges ויאמר אל שדי für die Zeit von Abraham bis Mose, d. i. beinahe vier Fünftel der Genesis, entsprechen sollen. Aber gerade dies findet sich nie, und überhaupt kommt das Wort in diesen 39 Kapiteln ganze 4 mal vor. Und oft genug zu Worte kommt doch P. Warum behält er ״indessen“ auch für diese Zeit Elohim bei, während er doch nach Ex 63 von Abraham ab damit ebenso radikal hätte brechen müssen, wie jetzt von Mose ab mit El Schaddaj, wofür jetzt Ihvh eintritt? Die dogmatische und doktrinäre Gewaltsamkeit der Kritik tritt hier handgreiflich zu tage. Die Dinge mögen wollen oder nicht, sie werden gepreßt, gezerrt und verrenkt, bis sie in das Prokrustesbett der Theorie hineinpassen. Wäre nämlich die Auslegung der Stelle richtig, dann würde sie höchstens zur Annahme von zwei Stufen

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