Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mose am Dornbusch
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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181 Hierzu Dillmann im Kommentar z. St.1 ,,Dieser Verfasser nimmt drei Stufen der Gottesoffenbarung und Gotteserkenntnis in der von Israel bis zu Adam hinauf führenden Linie an. Die erste ist die Zeit vor Abraham. Damals trat er noch nicht bestimmter denn als Gottheit überhaupt, an die Menschheit heran und in die menschliche Erkenntnis ein, sie erkannte ihn bloß als ein höheres göttliches Wesen über sich, ohne genauere Begriffe von ihm zu haben. Für diese Zeit gebraucht der Verfasser nur die allgemeinste Gottesbezeichnung im A. T., Gottheit, läßt aber Gott sich niemals mit einem אני אלהיט bei den Menschen einführen. Die zweite Stufe ist die Zeit von Abraham bis Mose: den Vätern dieser Zeit trat Gott näher; ihnen erschien er, was er vorher nicht getan, und bezeichnete sich ihnen als den אל שדי, den allmächtigen Gott, der über alles Gewalt hat und durch Machttaten diese seine Gewalt über alles erweist. Für diese Zeit behält der Verfasser in der Erzählung die Bezeichnung אלהיט bei, der Name אל שדי findet sich bei ihm bloß im Munde Gottes (Gen 17!, 35n, Ex 63) und in dem der Patriarchen (Gen 283, 483), welche indessen auch אלהיט sagen (Gen 284). Die dritte Stufe ist die Zeit seit Mose, durch den zuerst ,יהוד . von Gott als der Name geoffenbart wurde, mit dem er fortan in seinem Verhältnis zu Israel genannt sein will. Von da ab gebraucht der Verfasser herrschend diesen Gottesnamen/'2 Dies ist die heute fast unumschränkt herrschende Lehre, Nichts destoweniger ist sie gleichfalls als gänzlich verfehlt zu erweisen. Wäre wirklich die historische Entwicklung die behauptete gewesen, dann würden wir bei Adam und Abraham ebenso scharf markierte Anfänge und bei Abraham einen ebenso entschieden ausgesprochenen Gegensatz gegen die bisherige Benennung Gottes erwarten müssen wie hier bei Mose. Aber darnach suchen wir in der Genesis vergebens. Der Redaktor kann sie unmöglich unterschlagen haben, denn es wären ja mit Ex 63 die allerwichtigsten Aussagen von P gewesen, die er mitzuteilen hatte. Von Adam bis Abraham soll die Gottheit nur als Elohim bekannt gewesen sein. Nun ist aber Elohim’gar kein Name, wie sie denn auch 1 Nach .Knobel, übrigens schon Hüpfeld mit denselben Worten, was zuletzt natürlich auf Astrucs Anregung zurückgeht, der damit die Penta* teuchkritik inauguriert hat. 2 So auch Holzinger und Baentsch, der noch auf das Verhältnis zu der Auffassung von E und J eingeht. ־— Es gibt aber überhaupt keine pentateuchkritische Schrift, Einleitung, Kommentar, Untersuchung und selbst populäre Darstellung, die nicht darauf fußt.