Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Lehre vom Heiligen Geist im Judentum und in den Evangelien
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 7)
- Language
- German
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175 1רוח גבורה, richterliche und prophetische Wirkung von ,1 2רוה נביאך oder 3רוח קדשא ausgehen. Und die Wirkungen der Wundertäter alter und neuer Zeit führt die rabbinische Literatur nie4 auf Geist- Wirkung zurück; es wirkt verwirrend, wenn Volz5 solche Personen als ,,Pneumatiker“ bezeichnet. Mit dieser bedeutungsvollen Begriffspräzisierung wird es Zusammenhängen, daß die immerhin mißverständliche Wendung ,,Geist Gottes“ aus der Uebung kommt und die rabbinische Literatur nur noch vom ,,heiligen Geist“ redet 6. 3• Der heilige Geist. Die beiden Begriffe der Heiligkeit und• des Gottesgeistes, die im Laufe der Sprachentwicklung zu Gefäßen der wichtigsten religiösen Ideen werden, treten erst auf ihrer spätesten Stufe zu einander in Beziehung. Männer wie Gideon und Jiftach heißen nie ,,heilig“, nicht einmal in dem weitesten Sinne, in dem es der Priester, der Nasir ist7. Wohl aber wird Elisa II Kö 49 als ,,heiliger Gottesmann“, bezeichnet, sicher in seiner Eigenschaft als Träger 1 Ri 634; 1129; 1325־1514;146 י, I Sam llfl. 2 Gen 4138; Ex 31a; 3531; Nu 112s f. 242; 2718; Ri 310 bei Othniel, der auch richterliche Funktionen ausübt; I Sam 10c;!; 192; 23*> U Sam 232; II Kö 99; Jes lla; .61!; Ez 115; 24; 37!; Mi 3S; Ps. 5113f.; Hi 328. Besonders sorgfältig übersetzt ist I Sa 1613f.: ושרת רוח נבואה מן קדם י״י על דוד ♦ .. ורוח גבורה דהות עם שאול עדת מדד, 3 Jes 42!; 5921; Ez. 3929. Von Umschreibungen durch רוח חכמה (Jes 1121; 61!) oder gar מימרא (Ex 158;!; Jes 44; 28!; 302s; 33!!; 48!6; 5919; 63i4; Mi 27; Sech. 7!2) bzw. מלה Jes 278 dürfen wir hier absehen. Die Zusammenstellung der Targumstellen verdanke ich Herrn cand. phil. Plessner. 4 Die einzige Ausnahme Lev. r. 8 (von Simson: angeführt bei Bacher, Terminologie II 204) ist natürlich als Wiedergabe des Bibelwortes Ri 1325 aufzufassen. ה A. a. O. 116 ff., 144. 6 Die Apokryphen und Pseudepigraplien (Couar d, Die rel. und sitt.l Ansch. der Ap. 98 f.) bezeichnen den Gottesgeist mehrfach als Heiligen Geist(Weish. Sah 9!75 Mart. Jes. 5U, IVEsral422, Test, Naft. 108, Ps. Sal. 1737; die beiden Letzten, bei Couard fehlenden Stellen weist Volz 109 nach); sie schreiben aber auch der Geist (Apk. Bar. I 214, Test Juda 24) oder dein Geist (Jud. 1615) bzw. Geist Gottes (Test. Levi 15). Der Sprachgebrauch ist i. a jüdisch (vgl. aber bez. der Weisheit Salomos L. I 69; Gärtner, Kompos. und Wortwahl des Buchs d. W. [1912] 203), aber viel weiter als der rabbinische; der Geist ist an der Weltschöpfung beteiligt (Jud., Apk. Bar.); von ihm empfangen die Sünder Schmach (Test. L.}, der König Berufsbegnadung (Ps. S.). IV Esra (verleihe mir den H. G., daß ich alles . . . .niederschreibe) liegt der rabbinische Begriff vor. 7 Diesen weiteren Sprachgebrauch bespricht Baud iss in, Studien zur semit. Rel.-Gesch. II 61 ff.