Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Lehre vom Heiligen Geist im Judentum und in den Evangelien
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 6)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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174 ■־?V'v: * den Messias selten und nicht ohne verdeutlichenden Zusatz als Träger des Geistes bezeichnen; und es könnte auf einen Verinnerlichungsprozeß deuten, wenn erst der 2. Jesaja* 1 rühmt, daß ״Gottes Geist“ über ihm ist, und Sech 71a, Neh 930 die Propheten ,,von Gottes Geist gesendet'' heißen. Aber noch I Chr 1219 ist der ״Geist" nur Träger der Extase. Zu vollem Abschluß kommt auch die Vergeistigung d i e s e s Begriffes erst in rabbinisclier Zeit. Nicht genug, daß man keine feindlichen Wirkungen mehr auf den ״Geist“ zurückführt2, die ja schon die spätbiblische Zeit nicht gern von Gott unmittelbar ausgehen läßt3; auch die bloße Kraftsteigerung erscheint nicht mehr als Geistgäbe. So leicht gerade der einflußreiche Parsismus dazu hätte verleiten können, jede lebenserhöhende Wirkung dem guten Gotte zuzuschreiben4, so unterscheidet doch die jüdische Frömmigkeit bewußt zwischen dem ״Geist Gottes“, der auf einem Jesaja, und dem, der auf einem Simson5 ruhte: nur den ersteren vermag sie als Gottesgeist im eigentlichen Sinne anzuerkennen 6. Schon der Targum gibt daher רוח י״י in dem uns. hier angehenden Sinn7 nie ohne attributive Kennzeichnung wieder, sondern läßt Kraftbegabung von stündlich, daß der Prophet sich veranlaßt sieht, den ״Geist Gottes" ausdrücklieh als Geist der Weisheit, Erkenntnis usw. zu definieren, ihn also als Träger ״ausgesprochen sittlich-religiöser Wirkungen" (Volz) zu kennzeichnen. Seine Bedenken gegen Micha 38 erscheinen begründet; aber auch wenn dort את רוח י״י ursprünglich sein sollte, so ist auch in diesem Verse der Begriff durch den Zusammenhang mit משפט wohl vor zu weiter Auffassung geschützt. 1 Jes 61! רוח אדני י״י עלי; vgl. die Aussagen des Propheten über sich 4816 und 5921 sowie über den Gottesknecht 42!. 2 Wie es z.. B. Ri 923, I Kö 2219 ff. geschieht. 3 Vgl. II Sam 24! mit I Chr 21!. © 4 Vgl. Cie men, Religionsgeschichtliche Erklärung des Neuen Testaments 61. 5 Er wird Lev. rabba 23,10 unter die Vertreter unsittlichen Lebens־ wandeis gerechnet, allerdings ebd. 8 (s. u. S. 175!) wohl günstiger beurteilt. 6 So recht also Volz S. 140 darin hat, daß in rabbinischer Zeit ״das sittliche Moment im Pneumatischen mehr hervortritt", so. wenig wird ״das Sittliche geradezu als Korrektiv des Pneumatischen benutzt". Daß Elisa getadelt wird, weil er die Bären auf die Kinder hetzt, ist allerdings für die rabbinische Auffassung vom Propheten beachtenswert, enthält aber keine Kritik am Pneumatischen als solchem, sondern nur an der Verwertung der göttlichen Kraft in einem Einzelfalle. Und gegen das ״Eindringen in das Paradies" spricht nur die Besorgnis vor Irrlehren. 7 Dagegen z. B. Gen l2 רוחא מן קדם י״י מנשבא; aber auch I Kö 1812; II Kö 2!e (wo die den Elia entführende רוח als Wind aufgefaßt wird).