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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 142

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 2
Article
Kindersegen und Kinderlosigkeit im altrabbinischen Schrifttume
Date
1922-01-01
Page
Seite 142 (sequence 5)
Language
German
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142 Penina die höhnende Frage in den Mund: Hast du schon für deinen älteren Sohn ein Sudarium (Tuch, eig. Schweißtuch), für deinen jüngeren ein Hemdchen gekauft1? — Zu dem Gebete Hannas wird die zutreffende Bemerkung gemacht, daß vorher niemand die Gottheit mit ,,Herr der Heerscharen“ angeredet hat. Hanna, war die erste Person, welche den Ausdruck ד, צבאות in ihrer Anrede gebrauchte. Diese Anrede wird nun in Beziehung zu dem Inhalte ihres Gebetes gebracht. Herr der Heerscharen des Himmels und der Erde, du, der du die zahllosen Wesen ins Dasein gerufen hast, sollte es dir denn schwer fallen, mir einen einzigen Sohn zu geben? Ich stehe hier vor dir wie ein Bettler, der, nachdem er lange und vergebens am Eingänge des königlichen Palastes, in welchem zahlreiche Gäste bei einem üppigen Mahle sitzen, auf einige Speisereste gewartet ,hatte, sich endlich durch die Dienerschaft Bahn gebrochen, bis zum Könige vordringt und ruft: Herr und König, sollte es dir schwer fallen, von dem großen Mahle, das du bereitet hast, mir ein Stück Brot zu geben2? Ein anderer Lehrer legt der Anrede ד, צבאות folgenden Gedanken zugrunde. Du hast die Scharen des Himmels oben und die Scharen auf Erden unten erschaffen. Jene essen nicht, trinken nicht, vermehren sich nicht und sterben nicht, sondern leben ewig; diese essen, trinken, vermehren sich und sind sterblich. Gehöre ich zu jenen, so lasse mich ewig leben, gehöre ich zu diesen, so gib mir Nachkommenschaft3. Ein dritter Lehrer läßt Hanna den Ausdruck ד״ צבא*ת angesichts der zu den Festen zusammengeströmten Wallfahrer gebrauchen: wieviele Heerscharen versammeln sich zu •den heiligen Festen an dieser Stätte (Schiloh), und nicht ein einziges Wesen unter ihnen gehört mir4! Die innersten und geheimsten Regungen der kinderlosen Frau finden die feinsinnigen Lehrer in den Worten: ,,Hanna redete ״über“ ihrem Herzen' ‘ (1) (על לבה Sam 113) diskret angedeutet. Hanna sagte, Herr der Welt, du hast an dem Weibe nichts ohne Zweck erschaffen, die Brüste, die du ״über meinem Herzen“ gebildet hast, haben sie nicht den Zweck, ein Kind zu säugen? Gib mir einen Sohn, damit ich ihn mit meinen Brüsten säuge5/ Ferner, ich habe als deine Magd nicht eine von den drei großen häuslichen Frauenpflichten, deren Erfüllung der Frau in ihrer schweren Stunde beistehen (חלה, נדה, הדלקה) übertreten6. 1 Midrasch Samuel c. I (8). 2 Berachot'h 31b. 3 Pesikta r. c. 43 179 =־h. 4 Daselbst. 5 Berachoth 31b. '®'Daselbst,

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