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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 2
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 137 (sequence 22)
Language
German
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Ein wichtiges Moment nämlich/das aber in dem vorhergehenden Dialog nicht am Platze war, ist die Mitteilung Gottes an Mose, daß er nach Aegypten zurückkehren könne, weil seine Feinde tot seien. Das ist psychologisch so natürlich, daß es sogar das erste Wort Gottes zu Mose gewesen sein muß. Er ist aus Aegypten geflohen, weil man ihm nach dem Leben trachtete. Diese Gefahr, so erfährt er, besteht «nicht mehr. Ja, diese Mitteilung hatte Gott ihm bereits vor der Begegnung am Dornbusch gemacht. Dies sagt ausdrücklich v. 19: ,,Gott habe aber zu Mose in Midj an gesprochen . . . .“ Freilich hatte dies allein ihn noch nicht zum Entschluß bringen können. Denn wenn auch seine Feinde tot sind, so mißtraut er doch den Israeliten. Sind sie es ja eigentlich gewesen, die ihn vertrieben haben. Nachdem ihn aber Gott besiegt hat, greift er vor Jithro, zu dem er von seiner ihm selbst noch immer nicht gewissen Sendung nicht reden mag, zu dem menschlichen Motiv zurück, um Midj an zu verlassen1. Denn er war aus Aegypten vor einer augenblicklichen Verfolgung geflüchtet, aber nicht um dauernd in Midj an zu bleiben. Fis ist aber nicht oder nicht allein der Tod seiner Feinde, mit dem er seinen Fortgang begründet, sondern das Verlangen, ,,seine Brüder“ wiederzusehen, woraus übrigens hervorgeht, daß sein Vater Amram bereits tot sein muß2, denn sonst hätte er verlangt, diesen wieder- Zusehen (so Jakob Gen 282! und Joseph). Denn auf jenes hätte ihm Jithro antworten können: Und bist du denn nicht hier auf alle Fälle sicher? Aber jetzt kann er zu ihm nur sagen: לך לשלום. Mosen aber ist ^dies vor ihm selber ein hinreichender Grund. Er wird gehen, sei es auch nur, um nach den Seinigen zu sehen. Um uns nun zu lehren, daß er auch darin bei der Wahrheit bleibt, trägt die Schrift nach: auch das hatte ihm Gott gesagt: er habe keinen Grund mehr, in Midj an zu bleiben. ויאכל ist3 Plusquamperfekt. Die beiden Mo-, mente: der Tod der Feinde und das Wiedersehen der Brüder sind, wie oft4, auf die Rede und ihre Wiederholung verteilt, obgleich sie von vornherein zusammen ausgesprochen worden sind. Ein anderes nachzutragendes Moment war, wie die Rede. Moses an Pharao formell zu lauten hatte: כה אסל יי' שלח את צםי 26 י161 .714 ׳51 ויעבדוני — ותמאן לשלחוf., 81ef., 9,1. 13ff., 103,114. -י 1 Vgl. z. B. Gen. 286ff. Erst nachdem als zweites Motiv das Beispiel Jakobs hinzugekommen ist, wird bei Esau auch das erste, daß nämlich den Eltern seine kanaanitischen Frauen mißfällig sind, wirksam. 2 s. mein ,,Der Pentateuch“ 1905 p. 40. 3 Trotz Dillmanns Einspruch und gegen Driver, tenses2 103ff. worüber u. 4 s. meine ,,Quellenscheidung und Exegese im Pentateuch“ 1916 p. 48ff. Monatsschrift, 66. Jahrgang. 10

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