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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 118

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 2
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 118 (sequence 3)
Language
German
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Auch ohne Beiwort־ ist unter שם stets ein guter und rühmlicher Name zu verstehen, sodaß שם טוב überhaupt nicht vorkommt1. Aber auch שם רע ist sehr selten2. Der Name einer gleichgültigen Persönlichkeit gerät von selber in Vergessenheit und einen verhaßten Namen straft die vornehme Abneigung gegen Schimpfen und Fluchen lieber durch Verschweigen3. Ueberhaupt schwindet alle angebliche Besonderheit in dem hebräischen Gebrauch des Namens, wenn man sich an ein allgemein menschliches Verhalten erinnert: wie der Name alles die Person Auszeichnende vergegenwärtigt, so kann man, sei es, weil man nicht über die Sprache gebietet oder die Sprache einem zu arm ist, in den Namen nur durch die Kraft des Gefühls, mit der man ihn ausspricht, eine ganze Welt von Empfindungen: Ehrfurcht, Liebe, Zärtlichkeit, Sehnsucht, kurz die ganze Seele legen. Der bloße Name wird zum Hymnus. Er ist der höchste Superlativ. Von ergreifender Lebens- Wahrheit ist daher die Steigerung Gen222 ,,nimm doch deinen Sohn ־— deinen Einen — den du lieb hast-den Isaak“ oder 373s ״der Rock meines Sohnes! . . zerrissen, zerrissen ist Joseph“! (Vgl. auch 2 S 19! mein Sohn A b s a 1 o m, mein Sohn, mein Sohn Absalom — Absal o.m , mein Sohn, mein Sohn! mein Absalom, was man im Hebräischen nicht bilden kann). Hieraus ist leicht zu verstehen, daß ישם■ mit einer Reihe von Bezeichnungen für Ruhm und Ehre oder Eigenschaften und Taten, welche Ruhm und-Ehre bringen,“ synonym wird. Von diesen שם nahestehende!! Ausdrücken verdient besondere Beachtung das Wort תהלה. Das Wort שם ist im Hebräischen nicht bildsam. Es ist ein urtümliches Nomen, von dem es weder einen Verbalstamm, noch irgend eine' abgeleitete Form wie in den andern Dialekten gibt. Um so reicher ist der Stamm הלל- Er hat schon früh das Uebergewicht über die verwandten Ausdrücke gewonnen und ist das prägnante Wort für loben und rühmen, für eine die Tugenden und Vorzüge bewundernd und begeistert hervorhebende, rühmende, preisende, laut verherrlichende Rede vör andern. Ein solcher Vorzug ist z. B. Schönheit. Wenn es Gen 1214 nach den Worten Abrams an Sarai (v. 11) ״ich ׳weiß, daß du schön von Ansehen (יפת מלאה) bist'/weiterhin heißt: und die Fürsten sahen sie ויהללו אותה אל פרעה, dies aber die einzige Stelle im Pentateuch ist, wo das Verbum vorkommt, so erkennt man daran den prägnanten und technischen Ausdruck der gehobenen Spräche für den begeisterten Lobpreis, und es liegt vielleicht . darin ein leiser Spott über die 1 Nur I K 147 2 .הטיב שם Dt 2214. 19, Neh 613. 3 z. B. Sir 4723.

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