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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 117

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 2
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 117 (sequence 2)
Language
German
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117 Weil ״der Name“ gleichbedeutend mit günstiger Beurteilung ist, möchte man ihn noch nach dem Tode in diesem Sinne genannt wissen. Dies ist nicht der primitive Glaube an eine Sonderexistenz des Namens als einer Hypostase und eine Form des Seelenkultus, sondern eine psychologisch unanfechtbare Empfindung. Wie es den Menschen froh und stolz macht, zu wissen, daß man in seiner Ab- Wesenheit gut von ihm redet oder es ihn verstimmt und kränkt, wenn man schlecht von ihm redet, so nimmt sein Empfinden die Zeit nach dem Tode und die die Nennung seines Namens begleitenden Reden der Menschen voraus, und das Unbehagen über eine üble Nachrede ist um so stärker, als er sich dagegen ohnmächtig weiß und, tot und stumm, nicht wie der lebend Abwesende unter die Menschen treten und ihnen widersprechen kann. Gleichgültig aber dagegen, wie man nach dem Tode von mir sprechen wird, macht nicht die Reflexion, daß nach dem Tode alles aus sei, sondern die Verachtung der Gesellschaft und ihres Urteils, mit denen man, des Lebens satt, nach dem Tode fertig ist.. Die Begierde nach Nachruhm hat nicht eine dogmatische, sondern eine psychologische Wurzel. Daher sucht man seinen Namen mit überlebenden Personen und Dingen zu verknüpfen1, auf daß er Bestand habe2. So tritt er in Parallele mit der. Nachkommenschaft3, zumal wenn zum Eigennamen auch die Bezeichnung als Sohn des . . . gehörte, daher eine im ganzen Altertum z. B. bei Aegyptern, Babyloniern und Assyrern gewöhnliche Verbindung ,,Same und Name“. Der Name besteht4 ewiglich5. Auf der anderen Seite wird es als ein Fluch empfunden, wenn des Namens nicht mehr gedacht werden sollte6, wenn er vernichtet, ausgelöscht, ausgerottet, vertilgt wird7, verloren geht, verwittert und mit der Finsternis des Vergessens bedeckt wird8. 1 דוזכיר II S 18ls, קרא על Gen 486. 8, Dt 256. 7. 10, II S 12a8. 2 הקים Dt 257, Rut 4g. 10. 3 שם ושארית II S 147, Jes 1422j cfr. 6622. Jes 6622• ** שם עולם Jes 56g, 247ל. 6 לא יוכר Jer 119, § 83s, cfr. Hos 2lg, Sach 132. 7 יגרע Nu 2מחה — 4ל Dt 914, 256, 291g, II K 1427, <!> 96, 10913 — כרת Jos 9ל, Jes 48lö, 56יפ Sach 13 25 Rut 410 — השמיד I S 2 4 22, Jes 48lg. 8 אכד Dt 123 י24ל, c[>41<. — רקב Spr 107 כסה —י Koh 64. Alle diese Verba gehen von der Vorstellung des geschriebenen Namens aus. Lehrreich ist auch das im Nachbiblischen vorkommende Verbum שקע vom Namen, z. B. Toss. Meg HI^^Ar. 6b: wenn ein Heide einen Leuchter für eine Synagoge stiftet, so darf man darüber nicht anderweitig verfügen עד שלא כשתקע שקע♦ שם בעליד מעליהם heißt verlöschen — vom Feuer, das allmähliche Zusammensinken, Verglimmen, Erbleichen, Untertauchen, s. bes. Nu 112. Der Name ist etwas an einem Dinge gleichsam Sichtbares, Leuchtendes (cfr. j. Ber 2d עד דהוי שקע מיניה מגו שנתיה), er ist seine unsichtbare Inschrift. So ist vielleicht קרא שם על zu erklären, vgl. auch Dt 28lr

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