Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 3)
- Language
- German
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378 Besprechungen soll 200 n. Ohr. ,,1m Auftrag׳ cles Kaisers Antoninus Pius“ — so vermutet Watzinger — errichtet sein. D. berichtigt dies insoweit, als er mehr an eine ,,Erlaubnis“ denkt, die verfallenen und zerstörten Gotteshäuser ,,nach dem Geschmacke der Zeit“ wiederherzustellen. Hiervon haben die Galiläer reichlich Gebrauch gemacht, lieber die hierbei verwendeten Schmuckmotive und Ornamente ist viel geschrieben worden. Es scheint wirklich, als ob die damaligen Juden starke Neigung geäußert hätten, es der Umgebung nachzutun, was D. aus der Erlaubnis des Jochanan aus Galiläa ableitet (״j. aboda zara 42 d“).1) Recht lehrreich erscheint mir des Ferneren die Feststellung der überraschenden Uebereinstimmung dieses Gotteshauses mit jenem von G h 0 r a z i h und gewisser sonstiger gemeinsamer Merkmale der galiläischen Synagogen. Denn hier zeigt sich abermals schon in sehr früher Zeit der Begriff der ״T y p e“, den ich in meinen eigenen Forschungen2) bis in die Zeit des 19. Jahrhunderts nachzuweisen versuchte. Die Synagoge in Kapernaum sieht D. als den Neubau derjenigen an , in der Jesus den Besessenen heilte und sonstige Wunder verübte; auch dürfte die Absicht der Franziskaner, die Ruine zu restaurieren, von Interesse sein. Die sonst von D. erwähnten Gotteshäuser sind schon durch Kohl und Watzinger bekannt; jenes von Arbeel scheint dem von Tell-hum kunstgeschichtlich recht nahe zu stehen. Zu den Bonderforschungen des Verfassers scheinen jedoch die beiden (jetzt nur noch eine) Synagogenruinen in Zephath (bei Josephus'Ss7u<p) zu gehören (S. 195); der Ort ist die Heimat des Paulus. Dem weitaus größten Interesse dürfte naturgemäß der Abschnitt begegnen, der sich mit D.’s Forschungen in der Landeshauptstadt befaßt. Der Verfasser will hier offenbar in erster Linie alte, in der. Literatur immer wiederkehrende Irrtümer ausmerzen. Schon in meiner Besprechung3) über Dalmans Palästinajahrbuch XIII. Jhg.• habe ich auf die überraschenden Ergebnisse seiner Forschung auf dem Tempelberg hingewiesen. Zu diesen treten hier allerlei Vermutungen hinzu über die Reste des Untergeschosses, piner der drei herodianischen Türme, die demnach im Verein mit dem bekannten gewaltigen Quaderbau einer Tempelumfassungsmauer die einzigen x) Ueber Dalmans Ansichten betreffs dieser Ornamentik, die Anordnung des Almemor und der Emporen habe ich in meinem Aufsatze S. 16 ff., Jhg. 1921 dieser Zeitschrift ausführlich berichtet 2) Synagogentypeu vom 11.—19. Jalirh.“ Berlin 1915. Zirkel verlag. 3) S.?8 ff. Jhg. 1920 dieser Zeitschrift.