Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Der Kuß. kommen, so ist bei Jehuda Wort und Bibelstelle, Metrum und Reim, mit der Seele des Gedichtes eins. Loblied. Die Sonn׳ am Firmament Verneigt sich vor des Westens Fürsten, Ruht keinen Tag, zieht hin, Nach seinem Land scheint sie zu dürsten. Dort tronen heil׳ge Fürsten, Ziele ihres tiefsten Hangs, Und ihretwegen küsset sie die Hand des Niedergangs. (I Nr. 113 Z 4—7 p 171.) Das Meer. Sieh doch das Meer, wie schön’s ihm frommt, Wenn’s eilend steigt zur Düne, Gischt läßt sprühn: Wie wenn gemustert Heer auszieht und kommt Zu küssen Führershand und heimzuziehn. (II Nr. 81 p 299.) Ach erreichte mich der Zephyr, der ihren Mund geküßt! (II Nr. 46 Z 2 p 45.) Zion. Die Sehnsucht zum lebenden Gott mich erfaßt, Wo meine Gesalbten einst gingen zur Rast. — Sie ließ mich nicht küssen in eiliger Hast, Die Kinder, die Enkel, die Gattin, den Gast. (II Nr. 13 Z 1-4 p 172.) Refrain aus Gn 31, 28 in einem Trauerliede: Du hast mich der Kammer des Heimes entrissen Und ließest mich Söhne und Töchter nicht küssen. (II Nr. 32 p 133.) An den Geliebten: Warum der Anmut Prinz, der Schönheit Fürst * Treulos verließ er mich, den treuesten Wardein, Treulos verließ er meinen Kreis, nicht küßt׳ Den Purpur ich der Lippe süß, der Lippe fein. (II Nr. 72 p 294.)