Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Kuß. 347 Lied an eine Araberin: Die Spur ihrer Schleppe zieht sich hin wie eine Schlange .... Wie auf dem Berg des Abschieds, Isaks Spur, Wo er die Freunde küßt, die ihn verließen, Der Füße Spur, den Staub der Tritte küssen, Wie Honigseims Geschmack und Duft, er läßt Aus toten Leibern neues Leben sprießen. (II Nr. 35 Z 16 ff p 261.) Von ihres Mundes Perlen tränkt sie mich Mit Traubenblut der Lippen holdiglich. — Erwacht sie spricht: wie lang, wie lang tränk ich Mit meines Mundes Feuerweine dich? (II Nr. 11 Z 17 ff p 15.) Die Araberin darf keinen Juden küssen: Mein Freund: die Midjanmagd will Liebe dir gewähren, Sie gehet hin, trotzt dem Gebot, dich zu begehren, Sie grollt, weil Richter und Gesetz das Küssen ihr verwehren. (II 137 Z 23 ff p 200.) Aiis dem Arabischen übersetzt Jehuda Halevi: Da sie auf meinen Knieen spielt, Sah sie im Auge ihr Gesicht: Küßt scherzend auf das Auge mich — Sie küßt ihr Bild, mein Auge nicht. (II Nr. 13 p 16, vgl. Geiger N S 3, 106.) An den Geliebten (die Geliebte): Wenn ich zum Kuß die Lippen bot, Wie Morgensonne ward sie rot, — Da merkte icITs, es sei Gebot, Daß ihr das Weiße werde rot. Zu Herzen gehet mir ihr Lied, Sie singt, zu reizen mein Gemüt, Den Mund mir küsse, werd* nicht müd: