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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 6 · p. Seite 339

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 6
Article
Der Kuß
Date
1921-01-01
Page
Seite 339 (sequence 17)
Language
German
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t)er Kuß. 339 Ähnlich sagt Jechiel aus Pisa (1539), ben Azzaj's Tod sei eingetreten, weil seine Seele sich von den erschauten Geheimnissen nicht trennen mochte und dies sei vielleicht so, wie der Tod im Kusse (Minch. Ken. 104 Kaufmann). Der Mystik des Sohar war der Gotteskuß ein kongenialer Gedanke. Franck (La Kabale 250, deutsch 181) hat hier die treffende Stelle herausgegriffen: In einem der mysteriösesten und erhabensten Teile des Himmels ist ein Palast: der Palast der Liebe, hechal ahäbä genannt. Dort weben die tiefsten Mysterien, dort sind alle Seelen versammelt, die der himmlische König liebt, dort wohnt der Himmelskönig, der Heilige gelobt sei er, mit diesen heiligen Seelen und vereinigt sich mit ihnen im Liebeskuß: neslkln direhlmü (2, 97a). Daher heißt der Tod der Gerechten: Kuß Gottes. Dieser Kuß ist die Heimkehr der Seele zu ihrem Ursprung (1, 70a, 168a. 2, 124b, 146. 254a). Im seelenvollen Gebete vereinigt sich der Menschengeist mit dem Weltengeiste in einem Kuß, sagt Isak Allatif (Graetz VII 191, 193). Es küßt sicli der menschliche Verstand mit dem aktiven Intellekt (Men. Hamaor 4, 2). Nachdem Isak von der Jagdbeute des vermeintlichen Esau genossen hatte, wollte er nachsinnen und sprach zu ihm: tritt heran und küsse mich, mein Sohn, damit sich meine Gedanken sammeln. Dieser Kuß ist die sich vom Emanierenden zum Aufnehmenden konzentrierende Vernunft, wie es heißt: er küsse mich mit den Küssen seines Mundes. Das ist das Haften an der Vernunft, wie es heißt: Lippen küßt, wer vernünftige Worte erwidert (Spr 24, 27). Der Kuß ist als körperliches Haften Symbol des Haftens der Vernunft (Ensalomo Astruc, Midresche hatora 48). Jakobs Bild im Gotteskuß. Gottes Thron trägt nach bekannter agadischer' Annahme x) das Bild 2) ג) Zunz SP 81, 248: Jose b. Jose, Kahr, Saadja, Sai. b. Jehuda, Isak Gajjät, Rasi Chul. 91a, R. Tarn, auch Ben Meir, Sokolow 22*

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