Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 18)
- Language
- German
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340 Der Kuߣ des Stammvaters Jakob. Der Gedanke taucht, wie ich von Goldziher weiß, später bei den Schiiten auf: als Gott den Adam erschuf, zeigte er ihm das Bild von Mohammed und Ali: vor diesem mußten sich die Engel bücken.׳ (Alphab. R. Akiba 77 Wertheimer, daraus Or Zarua II f 9c, Seder R. Amram 14a. Schibbole haleket p 19, Tanja f 8a. B J. O. Ch. 125. j Trg Gn 28, 12. GA RM Rotbg Nr. 112 f. 23a, Lemberg, Rabija 70,18.) Wenn das Dreimalheilig der Kedusa der betenden Gemeinde emporsteigt, küßt Gott das Bild Jakobs dreimal. Gott läßt seinen Mund herabsteigen und küßt das Bild Jakobs auf den Mund (Eschkol haköfer 36d). Jufceischrift 60. — Echa r. f 48b Buber. Hechalot 8 § 3, 9 § 2. Gzbgr. Fragm. 98 zu Gn. 28, 10. Z A 22, 827. 2) ד*יקכא ist ans gr. eikön auf phonetischem Wege entstanden, wie ich 1899 bei Krauss LW nachgewiesen habe. Kaufmann hat den richtigen Sachverhalt schon 1887 erkannt (RE J14, 46), und dieser ist trotz des Widerspruches von Thumb, Indog. Forsch. 6, 58 (S. Krauß 8. VI. 1919) nicht zu bezweifeln. Kfm. verwies auf דייקעתין aus hyakinthos, auf Diunas aus Jonas, sowie auf diurnus und joiir. Divnan für Jonas auch auf der Schale von Podgoritza: Kisa, das Glas im Altertum 679. Ich möchte jetzt noch auf דיויסטר aus histarion und הניוכין,תדיוכץ aus heniochos (Ber. r. 10, 4, Midr. Till. 17,5, Krauß LW s. v.) verweisen. Es ist bei diesen Beispielen der Uebergang der palatalis cacuminalis Spirans (j) in die entsprechende explosiva, magyarisch gy geschrieben, zu konstatieren. Simonyi (Tüzetes Magyar Nyelvtaa I, 126) sagt: gy am Wortanfang stammt meist von j.In den ungarischen Dialekten ist diese Lautveränderung auch heute hoch häufig. Umgekehrt sprechen Leute deutscher Muttersprache statt des gy gern j oder d, so daß man z. B. Jüdischdeutsch Gyöngyös und Gyönk c'indesch und jönk. spricht. Aus dem j türkischer Lehnwörter wird am Wortanfang gy (Simonyi 166). Aus Diamant wurde gyömant. Auch im Wortinnern bei Silbenbeginn und selbst am Wortende finden wir dieselbe Erscheinung (130 f.). — Von Kraelitz berichtete über seinen Besuch des Kriegsgefangenenlagers in Sigmundsherberg am 27. IX. 1916 (Berichte des Forschungsinst, für Osten und Orient in Wien S. 37): Meine beiden Wolgatataren sprachen j, das im Anlaute im Kasan-Tatarischen gewöhnlich dz lautete, sehr verschieden aus, bald wie reines d£, bald, namentlich Vor palatalen Vokalen, wie ein palataiisiertes ds5, bald wie dj (ung. gy).