Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 15)
- Language
- German
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Der Kuß. 337 Der Tod selbst küßt nach agadischer Anschauung nicht. Bei neueren Dichtern ist es ein beliebtes Bild: — — und nur die Lippen, die sind rot, Bald aber küßt sie bleich der Tod. (Heine) Oder Geibel (Das sterbende Kind): Auf Stirn und Lippen und Wangen Ist schon vergangen das süße Rot; Und dennoch heimlicher Weise Lächelt es leise — Leise küsset der Tod. Die lindeste der 903 Todesarten, die es gibt, ist der Tod 3m Gotteskuß: leicht zieht er die Seele aus dem Körper, wie ein Haar aus der Milch (Ber. 8a Tnch Mikez 10 Jalk Till 797). Sogar halachische Folgerungen versuchte man an diese Todesart anzuknüpfen (R M b N Chukat Anf. — Bachja b. Ascher sv אהבה und Torakomm. Ende). Moses starb ,,durch den Mund Gottes“, d. h. durch den Gotteskuß (Abot Natan 12 p 50a). Ebenso starben Ahron und Mirjam, aber von dieser wird es nicht ausdrücklich berichtet, weil man nicht vom Gotteskusse in Verbindung mit einer Frau sprechen mochte. Auch auf die drei Erzväter wird der Kussestod übertragen. (Tanch Waethch. Ende und Buber p 13. Ozar Midr. 370b. M Petirat Möse. B. hamidr. 1, 129. 6, 77. Deb. r. 11 Ende. Jalk. I 940 f. 304c, I 763 f. 238d, 1 787 f. 255d. Bacher P 2, 56. 3, 461. Bb 17a Mk 28a. — Grünhut, Likkutim 4, 85b. Grünbaum, Neue Beitr. 183. Weber, Altsyn. Theol. 323, 242, 156. Beer, Leben Abr. 201 n. 924. Graetz X 258.) Ins Christliche übersetzt ist der Kussestod Mosis bei Appuhn, Mose der Knecht Gottes, Magdeburg 1845, 421 f. Weiteres Kle Jakar Chaje Sara zu והמת (Dukes Blumenlese p 167). Monatsschrift, 65. Jahrgang. 22