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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 6 · p. Seite 335

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 6
Article
Der Kuß
Date
1921-01-01
Page
Seite 335 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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335 Der Kuß. heißt es: unsterbliches Leben ist hervorgekommen und hat' mich geküßt. Die Offenbarung selbst stellt sich der Agada im Bilde des Gotteskusses dar: die zehn Worte des Bundes werden Gott vom Munde weggeküßt (Bacher P 1, 31311. 8). Während der Offenbarung der 10. Worte küssen die Engel Israel auf den Mund (B hamidr. 1, 69). Der synagogale Dichter Simon b. Isak singt (Techinna zum Gedalja-Fasten): Vor tausenden schreitend, die vor Ihm flehn, Der Heilge — gerühmet in Himmelshöhn — Zur Rechten die lohenden Flammen, wehn, Gesichter verbinden sich Ihm, vergehn, Vom Mund ihm zu küssen der Worte zehn. Das Wort Gottes küßt den אדקולאץ בן הרימה auf den Mund und lehrt ihn die Tora (Schir. r. 1, 2 f 4b Romm.). Die Stelle ist rätselhaft, die bisherigen Lösungsversuche mißlungen (Levy 1, 174, Jastrow 17, Cassel II Ester p 22 n und die Komm, zur Midraschstelle). Er küsse mich von den Küssen seines Mundes: a) küsse (1) und Küssen (2) meint insgesamt d r e i•Küsse: diese entsprechen‘den drei Teilen der h. Schrift; b) seines Munde s, d. i. die mündliche Lehre und darum schließt das biblische Wort, denn deine Liebe ist köstlicher als Wein: die Worte der Weisen sind mir lieber und angenehmer, als der Wein der Tora selbst (Barzeloni Jezira 5). Auch sonst spielt die synagogale Dichtung, z. B. Eleazar Kalir, auf diese Vorstellung vom Gotteskusse der Offenbarung und vom besiegelnden Gotteskuß an (Jozeroth, Arnheim 155 f. Baer Gebetbuch 69510, 12). Baer verweist auf Toßafoth A z 35a, wo die L A abweichend, aber unrichtig שכולם נתנו בנשיקה lautet, anstatt שכך. Der Midrasch bezieht darum den Eingang des HL: er küsse mich von seines Mundes Küssen, auf die Offenbarung am Sinai. Die diensttuenden Engel bitten: er küsse

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