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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 6 · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 6
Article
Der Kuß
Date
1921-01-01
Page
Seite 332 (sequence 10)
Language
German
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332 Der Kuß. (Gesch. aller Sekten 1, 189), die Karäer hätten keine Schaufaden an ihren Kleidern, sondern in der Synagoge hänge ein Tuch mit Fransen, wohin sie beim Schemalesen ihre Augen richten. Tobia b. Eliezer sagt a. O.: man führe die Schaufäden während des Schemalesens über die Augen als Ausdruck der Liebe zur Übung des göttlichen Gebotes — hibbüb miswä — das sei aber nur Sitte, nicht Vorschrift, sonst müßte man ja bei ukesartem die Tefillin berühren! Er kennt also dies Berühren noch nicht. Als Gebrauch mancher frommen Leute wird verzeichnet, sie sähen bei ureltem — im Schema — die Schaufäden an, strichen damit über die Augen und küßten sie aus Inbrunst (O. Ch. 24, 4, Chaje Adam I, 11, B. J. O. Ch. 28). Die Sitte setzte sich durch, sodaß man sie später nicht mehr als aufsehenerregende Prahlerei brandmarken durfte (Jad Maleachi unter johärä). Wie oft hiebei die Schaufäden zu küssen sind, darüber herrscht keine Einhelligkeit (Brück a. O.). Als Analogie sei erwähnt, daß Saphir (2, 50) erzählt, die Parsi wickeln etwas wie einen langen Faden um den Körper und küssen es. Die Praxis der Juden im h. Lande ist, wie mir L. Grünhut vor Jahren schrieb, daß sie bei wahäbüenü die Schaufäden in die Hand nehmen und bei wenechmädlm laad weglegen. Die Sitte geht auf Isak Luria zurück. Eine Ausnahme machen nur die Littauer, die unter Berufung auf den Gaon Elia Wilna den Gebrauch der Chaßidim ablehnen. Sie nehmen mitten im Schema die . zwei vorderen Quasten in die Hand, sehen sie bei urelfem an und legen sie, ohne sie zu küssen, am Schlüsse des Schema aus der Hand. Das Anfassen der Schaufäden während des Schemalesens soll im jerusalemischen Talmud erwähnt gewesen sein. Grünhut schrieb mir hierüber aus Jerusalem: ,,Ich habe eine alte Hs. הגהות על ם׳ עמודי הגרלה von einem Schüler des R. Perez. Es ist in Paragraphen geteilt von 1—81. Im § 4 sagt der Ver-

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